Noch 193 Tage bis zum Schützenfest!

55v.C. - 1366

55v.C. - 1366

Vorwort

Im folgenden präsentieren wir Ihnen die Chronik der Stadt Altena und seiner Schützen
Dabei finden auch andere geschichtliche Ereignisse Erwähnung, wenn Sie mit unserer Stadt oder den Schützen in Verbindung stehen oder der zeitlichen Orientierung dienen. 
 
Unsere heimatliche Zeitreise lassen wir im Jahre 55 v.C. beginnen.
Die Stadtgeschichte beginnt dann mit der Verleihung der Freiheitsrechte im Jahre 1367.
Die Historie der ehrenwerten Schützengesellschaft erzählen wir auf unseren Internetseiten von 1429 bis 1950 ebenfalls in Stichpunkten.
Viele weitere Details zu unserer Geschichte finden Sie in dem Buch "Altena und seine Schützen" von Wilhelm Simons.
 
Die Geschichte der
Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft Altena e.V. von 1429
erzählen wir mit ihrer Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1950 bis heute auch auf den Internetseiten ausführlich.
 
 
 
 

Das Welt- und Lokalgeschehen

Die nachfolgende Liste ist selbstverständlich exemplarisch und bezieht sich auf die Grundlagen für Altena und seine Schützen

Frühgeschichte

55 v.C.:
Die Römer besetzen Gebiete am Rhein und treffen dort auf Germanen. Den Volksstamm im Bereich des heutigen Sauerlandes bezeichnen sie als Sugambrer.
Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017
 
Der Name der Sugambrer ist in verschiedenen Schreibweisen überliefert; so ist unter anderem von „Sugambri“, „Sygambri“, „Sigambri“, „Sugambroi“, „Sugumbri“, „Sucambri“ und „Sycambres“ die Rede. Dies erschwert eine genaue etymologische Deutung des Namens, zumeist aber werden die Sugambrer und Gambrivier zu einer germanischen Wurzel „*Gambra“ („kraftvoll, tatkräftig, Eifer“) gestellt. Daneben gibt es aber auch verschiedene Deutungen des Namens aus dem Keltischen, z.B. aus einer Wurzel „*cam“. „Su-“ ist ein gebräuchliches keltisches Präfix mit der Bedeutung „gut“ oder „stark“. Die Verbindung des Stammesnamens der Sugambrer mit den Regionen Sauerland, Siegerland oder dem Fluss Sieg sind rein spekulativ und etymologisch wenig schlüssig.
Quelle: www.wikipedia.de / 2017 / Foto: CC BY-SA 3.0
 
0 - 33
Christi Geburt und Leben
 
476 - 480:
Untergang des römischen Reiches im Westen
 
500
Übergang von der Antike ins Frühmittelalter
 
610-670:
Der Patron der Altenaer Schützengesellschaft, Jodok (auch Jodocus, Jodokus, Judochus, Jobst, Jost, Joost, Josse, Joist, Yuzek, Juzeg, Jeg, Jouveen, Judganoc u. a.) lebt im 7. Jahrhundert im heutigen Nordfrankreich. Er war ein Klostergründer, Einsiedler und Pilger. Jodok wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt.
Quelle: www.wikipedia.de / 2017
 
782
Die fränkische Grafschaftsverfassung wird eingeführt, wonach ein Graf in einem bestimmten Bereich die königlichen Hoheitsrechte ausübt und dort Stellvertreter des Königs bzw. Kaisers ist.
Recht und Gericht bleiben in alter Weise fortbestehen. Das Burgericht regelt die Angelegenheiten einzelner Bauerschaften, und das Gogericht übt die hohe Gerichtsbarkeit im Gebiete eines Gaues oder Untergaues aus.
Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017
 
bis 800:
Bis zum Anfang des 8. Jhts. ist die Einführung des Christentums im später märkischen Gebiet vollendet.
Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017 / Foto: gemeinfrei

Von wem die Sauerländer zum Christentum bekehrt wurden ist nicht bekannt. Der aus jener Zeit bekannteste Missionar Suitbert missionierte um 690 bei den Brukterern zwischen Lippe und Ruhr, bevor er in Kaiserswerth ein Kloster gründete. Von Missionstätigkeit durch ihn südlich der Ruhr ist jedoch nichts bekannt.

Quelle: Hans Ludwig Knau
 
800:
Karl der Große wird Kaiser
 
um 800:
Funde von Gebeinen, Urnen und Keramikscherben sowie Eisenschlacke in der ersten Hälfte des 19. Jht. deuten darauf hin, daß der Berg, auf dem heute die Burg Altena steht, um 800 bereits besiedelt war.

Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017

um 800:
Beginn der Eisenverhüttung im märkischen Sauerland

Quelle: Hans Ludwig Knau / 2017

 
814
Nach einer Sage erwirbt Theodericus, Sohn eines Grafen von Kleve und Teisterband ein Schloss in den Niederlanden und nennt sich Graf von Altena.
Die Sage wird in der Geschichtslehre als plausibel gehalten. Sie findet ihre Fortsetzung im Jahre 1108
(Laut Sage des westf. Historikers Johann Diedrich von Steinen, 1755)
 
um 850:

In der Zeit um 850 keimen im märkischen Sauerland die Bergbautätigkeit und die Verhüttung von Erzen in Rennöfen auf. Das so erhaltene als „Osemund“ bezeichnete Roheisen wird in Waldschmieden zu Gerätschaften, Waffen und Draht bearbeitet. Vermutlich zum Schutz dieser frühen Eisenindustrie entsteht in der Folgezeit die Burg Altena.

Diese Erzlager und Rennöfen liegen in näherer oder weiterer Umgebung um die Wulfsegge in den Wäldern verstreut. Schlackenfunde weisen heute noch auf diese Plätze hin. Das Gebiet am Klusenberg gegenüber der Burg, auf dem heute die sog. Berghalle steht, die Gegend am Lissing und im Gehegden sowie das Brachtenbecker Tal sind hier stellvertretend zu nennen.

Die Bewohner der Gegend werden bei ihren Arbeitsstätten gelebt haben. Eine Besiedlung des Ortes, der später die Freiheit Altena darstellt, erfolgte mit Sicherheit später.

Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017 Foto: Gemeinfrei

 
900
Beginn des Hochmittelalters (bis etwa 1250)
 
962-1806:

Gründung des [später so genannten] heiligen] römischen Reiches deutscher Nation. Das Reich bildete sich im 10. Jahrhundert unter der Dynastie der Ottonen aus dem ehemals karolingischen Ostfrankenreich heraus. Mit der Kaiserkrönung Ottos I. 962 knüpften die römisch-deutschen Herrscher (wie zuvor die Karolinger) an die Idee des erneuerten Römerreiches an, woran bis zum Ende des Reiches zumindest prinzipiell festgehalten wurde.

Das heilige römische Reich deutscher Nation war ein vor- und übernationales Gebilde, ein Lehnsreich und Personenverbandsstaat, der sich niemals zu einem Nationalstaat wie etwa Frankreich oder Großbritannien entwickelte und aus ideengeschichtlichen Gründen auch nie als solcher verstanden werden wollte. Der konkurrierende Gegensatz von Bewusstsein in den Stammesherzogtümern bzw. später in den Territorien und dem supranationalen Einheitsbewusstsein wurde im Heiligen Römischen Reich nie ausgetragen oder aufgelöst, ein übergreifendes Nationalgefühl entwickelte sich nicht.
 
Quelle: Auszug von www.wikipedia.de / 2017
983
Nach einer anderen Sage gründete Kaiser Otto III., durch zwei Brüder des römischen Adelsgeschlechts der Orsini, die Burg Altena als Wehrbau.

Der Sage, die 1357 durch Levolt von Northof niedergeschrieben wurde, wird in der Geschichtslehre wenig Glauben geschenkt.

 

vor 1100
"Muselmanni" siedeln sich am Fluß unterhalb der Burg an.
Quelle sind Forschungen des Steuerrats Esselen aus 1722
 
Leider ist in der heimatkundlichen Literatur nicht weiter nachzulesen, warum diesem Forschungsergebnis nicht nachgegangen wurde.

Die ungewöhnliche Bezeichnung „Muselmanni“ war sicherlich nicht als Scherzwort zu verstehen, sondern kann durchaus mit der kreuzfahrerische Vergangenheit der Grafen von Altena-Berg zusammenhängen. Sowohl im 12. als auch im 13. Jahrhundert nahmen Mitglieder des Grafenhauses an Kreuzzügen teil, und noch 1352 unternahm Graf Engelbert III. eine Pilgerfahrt ins heilige Land. Dabei stießen die Kreuzfahrer auch auf westtürkische Stämme, die sich bereits als „müslüman“ bezeichneten. Da man in der Heimat kunstfertige Handwerker zur Verbesserung und Förderung der Eisenindustrie brauchte – hier sei nur auf die Herstellung des Damaszenerstahls und die Schwertfegekunst hingewiesen – wäre es durchaus denkbar, daß Graf Adolf II. von Berg vom zweiten Kreuzzug (1147-1149) diese Handwerker mitbrachte. Die Aussage, daß die „Muselmanni“ schon   v o r   dem Bau der Burg Altena an der Lenne siedelten, wäre dann allerdings erst schlüssig, wenn der Ausbau der Burg durch Adolf II. von Berg im Jahre 1152 gemeint wäre.

Die französische Historikerin Régine Pernoud zitiert den Brief eines Moslems Namens Ibn Djobair: „Wir haben Tibnin (Toron) auf einer Straße verlassen, an der viele Bauernhöfe von Moslems lagen, die unter den Franken in großem Wohlstand leben .... Die Moslems sind Herren ihrer Behausungen und verwalten sie, wie sie können. Solches ist das Grundgesetz für die Bauernhöfe und Marktflecken, die sie auf fränkischem Gebiet bewohnen. Die Herzen der zahlreichen Moslems sind erfüllt von der Versuchung, sich hier anzusiedeln, wenn sie die Lage ihrer Brüder in den von den Mohammedanern verwalteten Distrikten sehen, denn der Zustand der letzteren ist ganz das Gegenteil von angenehm.“ und aus dem gleichen Bericht: „Denn wäre mein Sohn gefangengenommen worden, so hätte ihm die Gefangenschaft keinen anderen Schaden zugefügt, als daß er in die Länder der Franken gebracht worden wäre.“

Warum also sollten die damaligen „Industriemagnaten“ von Altena-Berg die Gelegenheit zur Verbesserung ihrer heimischen Industrie durch fähige und willige „Gastarbeiter" nicht auch genutzt haben.

Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017

 

1108
Laut Sage erhalten die Brüder Adolf und Eberhard aus dem Hause Altena ( von 814) von Kaiser Ludwig (der Fromme) ein Stück Land im märkischen Sauerland. Sie bauen eine Burg und benennen sie nach ihrer Familie.
(Laut Sage des westf. Historikers Johann Diedrich von Steinen, 1755)
 

Die Zeit der Grafen von Altena-Berg

1122
Die erste urkundliche Erwähnung findet Altena in der Gründungsurkunde des Klosters Cappenberg. Graf Adolf I. von Altena (der gleiche Graf Adolf III. von Berg) ist hier als Zeuge aufgeführt.
 
um 1129
Adolf und sein Bruder Eberhard herrschen über die Burgen Altena und Altenberg.
Nach der Schlacht bei Duras in Belgien 1129 ist Eberhard durch das Blutvergießen so bestürzt, dass er heimlich die Burg verlässt und zu verschiedenen Wallfahrtsorten in Südeuropa pilgert, um dann unerkannt im Kloster Morimont als Schweinehirt unterzukommen. Später tritt er als Mönch in dieses Zisterzienserkloster ein.
 
1138
Graf Adolf II. von Berg, Sohn von Adolf I. von Berg, heiratet 1120 Adelheid, eine Tochter des Grafen Friedrich (des Streitbaren) von Arnsberg. Diese Ehe bringt ihn endgültig in den Besitz der Herrschaft Altena.
Zu dieser Zeit steht wahrscheinlich nur der Bergfried als Wohn- und Wehrturm (Donjon) auf dem langgestreckten, nach drei Seiten steil abfallenden Felsen, 100 m über dem Zusammenfluß von Lenne und Nette, der den Namen Wulfsegge trägt.

Mit den Burgen Altenberg und Schloß Burg kontrollierte er die Handelswege der Hanse zwischen Köln und Dortmund.
Der Silberreichtum des Bergischen Landes festigt seine Macht.
 
1147-1149
Er nimmt vermutlich am zweiten Kreuzzug unter König Konrad III. teil, in dem sein Sohn Adolf 1148 vor Damaskus fällt.
 
Der Zweite Kreuuzug war ein von der Kirche geförderter Kriegszug zur Entlastung der Kreuzfahrerstaaten, der durch den Verlust der Grafschaft Edessa im Jahr 1144 veranlasst wurde. Er begann 1147 und endete nach mehreren Niederlagen der Kreuzfahrer im Heiligen Land im Jahr 1149 als Misserfolg; die Christen konnten allerdings auf anderen Schauplätzen Erfolge verbuchen.
Quelle: Auszug aus www.wikipedia.de
 
1152
Da weitere Mitglieder der gräflichen Familie Lehen an der Festung erwerben, läßt Adolf die Burg Altena vermutlich zu dieser Zeit ausbauen. Mehrere repräsentative Wohngebäude, Stallungen, Backhaus und Schmiede und sicherlich auch eine Kapelle entstehen oberhalb des Bergfriedes auf der Wulfsegge.
 
1160 tritt Adolf als Mönch in das Kloster Altenberg ein und teilt seine Besitzungen unter seinen Söhnen Eberhard und Engelbert auf.
Die Burg Altena fällt Graf Eberhard I. von Altena (1160 – 1180), der sich als Erster durchgehend als Graf von Altena bezeichnet.
Er besitzt die Burg, die wie die Domänen Dresel, Husberg, Stortel und Bergfeld zu den kaiserlichen Gütern zählt, von 1161 bis 1180, und er ist der Erste, der seinen ständigen Wohnsitz auf der Burg Altena nimmt.

Sein Herrschaftsgebiet erstreckt sich im Osten bis Soest, im Süden bis Attendorn, im Westen bis Mülheim an der Ruhr und im Norden bis über die Lippe.
Er richtet die Burg Altena so ein, daß sie sowohl seinem gräflichen Haushalt wie auch hoher fürstlicher Besucher gerecht wird.
Eberhard und seine Verwandten wie auch seine Nachfolger sind dem Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) und dem Erzbischof von Köln treu ergeben. Seine Brüder Adolf und Engelbert von Berg und dessen Sohn Adolf IV. von Berg lassen ihr Leben in den Kreuzzügen.

1175
Eberhard überträgt die Besitztümer in der Grafschaft auf seine Söhne Friedrich und Arnold; Friedrich erhält die Linie von Altena, Arnold die Linie von Isenberg. Beide verwalten das väterliche Erbe gemeinsam.
Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017
 

Die Zeit der Grafen von Altena-Mark

1180
Eberhards Sohn Graf Friedrich I. von Altena-Mark (1180 – 1199) führt 1174 den Oberbefehl über die kölnischen Truppen in Oberitalien, zieht 1177 mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa an der Spitze von 400 Kriegern nach Venedig gegen den Papst – Barbarossa und Papst Alexander III. unterzeichnen ein Waffenstillstandsabkommen – und er kämpft mit Erzbischof Philipp von Heinsberg gegen den Welfen Heinrich dem Löwen, der dem Kaiser die Heerfolge versagt hatte und die Grafschaft Altena ausrauben und brandschatzen lässt.
 
Zudem bekleiden im 12. Jht. vier von Eberhards nächsten Verwandten – Bruno II. von Berg, Friedrich von Berg, Bruno III. von Berg und Adolf von Altena – das einflußreiche Amt der Erzbischöfe von Köln.
Das Grafenhaus Altena-Berg besitzt also die besten Beziehungen ins Kaiserhaus, in die deutschen Fürstenhäuser und zu den Bischofsstühlen.
Die Treue zum Lehensgeber, dem Erzstift Köln, zahlt sich für den Aufstieg zu Ansehen und Macht aus.
 
1189
Bereits um 1170 erwirbt Friedrich den Oberhof Mark bei Hamm, zu dessen Besitzungen ein strategisch günstig gelegener Hügel gehört. Hier errichtet er nun 1189 die Burg Mark und verlegt im gleichen Jahr den Stammsitz seines Hauses auf diese Wasserburg.
Der Kölner Erzbischof Philipp kauft die Burg Altena 1189 für 1220 Mark und gibt sie als Lehen aus.
 
1199
Friedrich stirbt um 1199, Nachfolger wird sein Sohn Graf Adolf I. von der Mark (1199 – 1249).

um 1200
Die älteste Urkunde der Grafen von Altena wird um 1200 ausgefertigt:
Der Onkel von Adolf, Graf Arnold von Altena, dem ein Anteil der Burg Altena gehört, und dessen Sohn Eberhard liegen in Fehde mit den Bürgern der Stadt Bremen wegen eines Mannes namens Werenzo. Mit der Urkunde verzichten die altenaer Grafen auf diesen Mann und gewähren den bremer Bürgern freies Geleit durch ihr Land.
Im gleichen Jahr überträgt Graf Adolf seinen Anteil an den kölnischen Erzbischof Adolf als Lehen.

1226
vereinigt Graf Adolf I. die Güter der Grafen von Berg-Altena und formt aus ihnen die Grafschaft Mark mit ihrer Hauptstadt Hamm.
Vorausgegangen ist ein Streit zwischen Friedrich von Isenberg und seinem Onkel, dem Erzbischof von Köln, Engelbert von Berg, um die Rechte auf die Stiftsvogtei von Essen. Bei Gevelsberg kommt es zum Kampf, in dessen Verlauf der Erzbischof erschlagen wird. Da Friedrich zuvor keine Fehde erklärt, wird er geächtet und auf dem Rad hingerichtet.

1243 werden auf der Burg Altena 5 „milites“ (Soldaten) als Burgmannen (castellani) erwähnt.
 
Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017
 

Die Zeit der Grafen von der Mark

1249 wird Graf Engelbert I. von der Mark (1249 – 1277) Adolfs Nachfolger, muß aber seinem jüngsten Bruder Graf Otto von Altena (1249 – 1262), der bisher Kanoniker in Lüttich war und nach dem Tod des Vaters in den weltlichen Stand zurücktritt, die Burgen Altena und Blankenstein abtreten.
Otto residiert mit Zustimmung seines Bruders Engelbert mit eigener Hofhaltung auf der Burg Altena. Er bezeichnet sich bereits ab 1213 als Graf von Altena und ist der letzte Graf mit diesem Namen.
 
Etwa 1250 beginnt das Spätmittelalters (bis etwa 1520).
 
Um 1250 errichtet Otto auf der Burg Altena einen neuen Palas (repräsentatives, herrschaftliches Wohngebäude). Er führt eine solide Verwaltung und Ämterorganisation ein.
 
Otto stirbt 1262 ohne Nachkommen, wodurch die drohende Zersplitterung des Besitzes abgewandt wird. Danach ist Engelbert wieder Herrscher über die gesamte Grafschaft.
Im Jahre 1277 wird er Opfer des Raubritters Hermann von Lohn. Als er wegen Vormundschaftsangelegenheiten in die Grafschaft Tecklenburg reisen will, wird er überfallen und verwundet. Er stirbt in der Gefangenschaft auf Schloß Bredevort.
 
1277
Sein Sohn Graf Eberhard II. von der Mark (1277 – 1308) holt Engelberts Leichnam von dort mit Gewalt fort und übernimmt die Nachfolge. Er lehnt sich gegen die Macht der Erzbischöfe von Köln auf.
 
1288
Als Folge des Limburger Erbfolgestreites, in dem auch Graf Adolf V. von Berg Ansprüche anmeldet, kommt es in diesem Jahr zur Schlacht von Worringen bei Köln, die das Machtgefüge im gesamten nordwestlichen Mitteleuropa verändert.
Die Grafschaften Berg und Mark sind dem Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, zur Heerfolge verpflichtet. Die Ansprüche seines Verwandten Adolf auf Limburg nimmt Graf Eberhard allerdings zum Anlaß, seine eigenen territorialen Interessen durchzusetzen. So tritt er dem Erzbischof als Mitstreiter des Adolf von Berg entgegen.
In Unkenntnis der Wappen schlagen die bergischen und märkischen Gefolgsleute, die aus Bauern und Milizen bestehen, sowohl auf Feind als auch Freund ein.
Der für Berg und Mark kämpfende kölner Patrizier Gerhard Overstolzen, der in voller Rüstung zu Fuß in die Schlacht zieht, bricht unter dem Gewicht des Panzers erschöpft zusammen und stirbt ohne Kampf.
Der Erzbischof wird vom Grafen von Berg gefangen, Eberhard erhält das Recht, Befestigungen anzulegen und setzt seine Forderung durch, die Burgen Neu-Isenberg, Volmarstein, Limburg an der Lenne, Raffenburg sowie die Städte Menden, Fürstenberg und Werl zu schleifen.
Gleichzeitig wird durch die Niederlage des Erzbischofs die Lehnsherrschaft über die Grafen von der Mark beendet.
 
1301
läßt Eberhard als Grenzfeste zu Kurköln durch den Drosten Rutger von Altena die Burg Schwarzenberg bei Plettenberg errichten und bringt erste Ansätze einer Verwaltungsgliederung der Grafschaft Mark.
Rutger legt vor Eberhard auf der Burg Altena Rechenschaft ab über seine 12jährige Amtsführung. Bei Rutger sind 900 Mark an Auslagen zusammengekommen, die der Graf ihm nun schuldet. Er begnügt sich aber mit 350 Mark, um seine eigenen Schulden bezahlen zu können, die er im Interesse des Grafen gemacht hat.
Rutger wird wegen seiner Uneigennützigkeit gelobt und angehalten, sein Amt weiter zu verwalten, aber er lehnt ab.
 
1308
wird Graf Engelbert II. von der Mark (1308 – 1328) Eberhards Erbe und Nachfolger.  
Die Menschen zu dieser Zeit haben häufig unter den immer wiederkehrenden Fehden und auch unter Kälte, Mißernten und Seuchen zu leiden.
1303 ist noch ein ertragreiches Jahr. 1 Scheffel Roggen kostet 1 Schilling 10 Pfennig, 1 Scheffel Hafer 9 Pfennig, 6 Eier 1 Pfennig und 1 Huhn 3 Pfennig.
Aber der Winter 1307 – 1308 bringt strenge Kälte, danach viel Schnee, dem Tauwetter und Überschwemmung folgen. Auch 1309 herrscht ein harter, kalter Winter.
 
1315
herrscht große Teuerung, und zur Linderung der Hungersnot wird Getreide aus England importiert. Die Pfarrkirche in Altena wird fertiggestellt, die der hl. Katharina von Alexandrien geweiht ist.
 
1318 findet der erste Pfarrer von Altena, Johannes, Erwähnung.
 
1323
Engelbert setzt schon lange die Machtpolitik seines Vaters fort und läßt es auf eine Auseinandersetzung mit dem Kölner Erzbischof Heinrich II. sowie Bischof Ludwig II. von Münster ankommen.
Im Verlauf der Streitigkeiten wird Ludwig im Mai 1323 vom Grafen Engelbert in Hamm gefangen genommen und bis November auf der Burg Altena festgehalten. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes von 5500 Mark wird er freigelassen. In den Wirren des Thronstreites zwischen Friedrich von Habsburg und Ludwig von Bayern verbündet sich Engelbert zeitweise mit dem Kölner Erzbischof, kurze Zeit später tritt er aber auf die Seite des Bayern. Er bringt den Erzbischof so in Bedrängnis, dass dieser um einen Waffenstillstand bitten muss.
Die Grafen greifen also auch auf Geiselnahme zurück. Um ihre Macht und ihren Luxus zu finanzieren, begnügen sich die Adligen nicht mit der Belehnung von Gütern, Vermietung von Häusern, Mühlen usw., mit der Einnahme von Steuern und Beden, sondern greifen regelmäßig auf Geiselnahme und Lösegelderpressung zurück oder sie leihen sich Geld gegen Vergabe lukrativer Ämter, z.B. als Burgmannen. Bei der Rückzahlung der Schulden sind sie oft säumig oder nehmen neue Schulden auf, um die alten zu bezahlen. Die Amtsinhaber bleiben in der Regel so lange in ihrem Amt, bis die Rückzahlung erfolgt.
 
1328 – 1346 regiert Graf Adolf II. von der Mark die Grafschaft Mark.
 
1331
unternimmt er eine Pilgerfahrt nach Palästina und heiratet 1332 Margarete von Kleve, die einzige Tochter des Grafen Dietrich VII. des Frommen von Kleve. Dieser stirbt 1347 und vererbt die Grafschaft an seinen Bruder Johann. Als dieser kinderlos stirbt, wird Adolf II. von der Mark – nach klevescher Zählung Adolf I. von Kleve – sein Nachfolger.
Bereits zu Zeiten Engelberts II. gibt es im Märkischen Sauerland eine ertragreiche Metallindustrie, die unter Adolf II. weiterentwickelt wird.
 
1335
Levold von Northof vermacht der Kirche zu Altena eine jährliche Rente, wofür die Kirche zwei Bauerngüter kaufen konnte.
 
1338 sind eine Kupfergrube, eine Bleigrube, eine Eisengrube und eine Eisenhütte bei Plettenberg erwähnt. Die Gegend um Iserlohn und Hemer ist schon seit langer Zeit als Eisenfundstätte bekannt. Osemund wird über die Nordsee und die Ostsee verschifft. Schon 1320 beschlagnahmen die Engländer 34 Fässer märkisches Eisen und Stahl.
 
1346 folgt auf Adolf II. – angeblich erst 17jährig – sein ältester Sohn Graf Engelbert III. von der Mark (1346 – 1391). Sein Regierungssitz ist hauptsächlich die Burg Blankenstein.
 
1349
Der „schwarze Tod“, die Pest, verbreitet in Deutschland seinen Schrecken.
Der Rat der Stadt Dortmund vertreibt die Juden, die man beschuldigt, die Pest durch Vergiftung der Brunnen verursacht zu haben, aus Dortmund. Engelbert bietet ihnen gegen Zahlung einer beträchtlichen Summe Schutz.
Im gleichen Jahr überträgt Hunold der Schele von Letmathe sein Haus zu Letmathe seinem „lieven junckhern greven Engelbert van der Marcke“ als Offenhaus, d.h. Engelbert kann dieses Haus im Kriegs- oder Fehdefall unentgeltlich nutzen. Im Gegenzug wird Hunold Burgmann zu Altena neben den Rittern Röttger und Detmar von Altena und anderen.
 
1353
Als Engelbert eine Wallfahrt nach Palästina zum Grab der hl. Katharina ohne päpstliche Erlaubnis unternimmt, fällt er unter den Bann, von dem er sich mit Geld loskauft.
Sein Drost Gerhard von Plettenberg gründet während Engelberts Abwesenheit die Stadt Neuenrade und die Burg Klusenstein und verstärkt die Befestigung der Burg Schwarzenberg.
 
Quelle: Gerd Klimpel / www.klimpelsjunge.jimdo.com / 2017
 

 

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Autor: Christian Klimpel / 2017; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

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