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1434 - 1466

1434 - 1466

1437

ist Adolf gezwungen, seinem Bruder Graf Gerhard zur Mark (1437 – 1461), einen großen Teil der Grafschaft zu überlassen, unter anderem auch das Süderland mit Schwarzenberg, Plettenberg, Lüdenscheid, Neustadt, Breckerfeld und Neuenrade, er behält aber die Burg Altena mit dem Kelleramt, Dresel mit Hof und Fischerei sowie die Mühle, den Hof und die Fischerei in der Mühlenrahmede. Gerhard darf nichts von seinen Besitzungen veräußern.

Alle Amtmänner müssen geloben, beiden Brüdern zu huldigen, Gerhard treu ergeben zu sein und nach seinem Tode Adolf und seine Erben als rechtmäßige Landesherren anzuerkennen.

 

Die Stadt Soest lehnt sich 1444 durch die Anerkennung Herzog Johanns I. von Kleve-Mark als Landesherrn gegen den Erzbischof Dietrich von Köln auf, was zur Soester Fehde (1444 – 1449) führt. Kaiser Friedrich III. verhängt die Reichsacht(Die Reichsacht war eine im Mittelalter vom König beziehungsweise vom Kaiser verhängte Ächtung (Fried- und Rechtloserklärung) vor allem bei Ladungs- oder Urteilsungehorsamkeit, die sich auf das ganze Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erstreckte) über die Stadt.
Die Stadt Soest und damit das Haus Kleve erringen auf Kosten der bisherigen Einheit der westfälischen Städte im Herzogtum den Sieg.

Rentmeister Evert in den Spicker erläßt im Namen Adolfs eine Ordnung für Straßenzoll für das Amt Altena. Für ein Schaf muß ½ Pfennig gezahlt werden, ebenso für ein Schwein; für eine Kuh 1 Pfennig; für ein eingespanntes Pferd, das Last zieht, 3 Pfennig; für einen Kaufmann, der die Pferde führt, 3 Pfennig; für ein Pferd, das Last trägt, 1 Pfennig; egal, ob sie in die Stadt hinein oder aus der Stadt hinaus ziehen.

 

Gerhard verpfändet 1445 seine Besitzgüter, darunter Schloß und Amt Altena, an den Erzbischof Dietrich von Köln, der diese für 8000 Gulden weiterverpfändet an Johann von Gemen.

 

Adolf stirbt 1448.

 

Im Verlauf der Soester Fehde wechseln bis 1449 Schloß und Amt Altena wiederholt durch Verpfändung den Besitzer.

 

1453 erteilt Graf Gerhard dem Altenaer Bürger Detmar von Attendorn gegen Abgabe von jährlich 1 Pfund Wachs und zwei Hühnern das Recht, einen Obergraben am Nettebach zu errichten und das Wasser auf eine Rolle auf seinem Grundstück „Der Kalkhof“ zwecks Drahtziehens zu leiten.

 

Das Schloß Altena brennt 1455 und wird durch das Feuer stark beschädigt.

 

Ab 1456 teilt sich Gerhard die Herrschaft in der Mark mit seinem Neffen, Adolfs Sohn, Herzog Johann I. von Kleve (1448 – 1481).

Amtmann über Schloß und Kelleramt Altena wird Johann van Aldenbochum.

Herzog Johann bestätigt den Bürgern der Freiheit Altena ihre Freiheiten und Privilegien, die ihnen von seinen Vorfahren Adolf II., Engelbert III. von der Mark und Adolf I. von Kleve gegeben wurden.

 

Mit dem Tod Gerhards im Jahr 1461 fällt die Grafschaft Mark vertragsgemäß an Johann. Seine Kindheit verbringt Johann I. am Hof seines Onkels Philipp dem Guten von Burgund. Bereits 1444 wird er von seinem Vater nach Kleve zurückgerufen, um diesen in der Soester Fehde gegen den Erzbischof von Moers zu unterstützen.

Das Gemälde nach einem Original von Rogier van der Weyden stellt Johann in burgundischer Hoftracht (ca. 1460) mit der Kollane des burgundischen Ordens vom Goldenen Vlies dar. Bild gemeinfrei

 

Jacob von Spedinghausen wird Rentmeister zu Altena und im Süderland, Johann Hakenberg Freigraf über die Freistühle. Er soll Gericht halten, die Brüchten (Strafgelder und Naturalien für kleinere Vergehen) einziehen und Rechnung ablegen.

 

1462 wird Johann in der Grafschaft Mark gehuldigt. Die Huldigung (Treuversprechen seiner Gefolgsleute, Lehnsmänner und Burgmänner, Bürgermeister, Rat, Bürger und Gemeinde) im Süderland kann er nicht persönlich entgegen nehmen und entsendet Lubbert Torck, Amtmann zu Unna, Johann van Aldenbochum, Amtmann zu Altena, und seinen Secretarius Gerhard van der Schuren zu dieser Zeremonie.

 

Jacob von Spedinghausen leiht 1463 dem Herzog Johann 500 Gulden zur Pfandlöse von Schloß und Amt Altena von Johann van Aldenbochum. Jacob erhält darauf Schloß und Amt. Er ist verpflichtet, die Besatzung des Schlosses, bestehend aus 13 Personen, zu unterhalten.
Zur Besatzung zählt er selbst sowie ein Knecht, der ihn auf seinen Amtsritten begleitet., ein Burggraf, der stets auf und bei dem Schloß bleiben muß, ein Pförtner für das oberste Tor, zwei Turmhüter, drei Wächter und ein Mann, der Tag und Nacht auf dem „neuen Haus“ sein muß, ein Koch, ein Eseltreiber und der Schelm (Narr). Sie müssen alle klevesche oder märkische Untertanen und wehrhaft mit Armbrüsten, Pieken und Gewehr versehen sein.
Vor ihrem Eintritt müssen sie dem Herzog huldigen. Hinzu kommen ein Pfarrer und ein Pförtner für die unterste Pforte, dessen Frau den Schloßgarten und Betten und Leinwand auf dem Haus besorgt.

Johann Ketteler wird Landdrost der Mark und des Süderlandes und Eberhard von der Mark, unehelicher Sohn aus dem Hause Mark, Amtmann von Schloß und Amt Altena.

 

Johann rüstest 1466 gegen Lüttich, wozu er die märkischen Städte mit Fußsoldaten nach Gennep in der niederländischen Provinz Limburg bestellt. Es sollen „so vele man der krygen kann“ angeworben werden, Schützen mit Handbüchsen, Harnisch, Eisenhut und Schild. 18 Wagen aus den kleveschen Ämtern werden eingesetzt, um „bottelere“ (Kellermeister, die die Verpflegungsvorräte verwalten), Köche, Stahl (Eisenkugeln ?) Pfeile, Pulver (dornkruyt), Donnerschützen, Krämer, die Geistlichen sowie Johanns Harnisch befördern.

 

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

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