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Altena und seine Schützen

Vorwort

Die älteste erhaltene “Ordnung der Schützen zu Altena” wurde um das Jahr 1580 niedergeschrieben. Anhand der dort aufgeführten Namen ist davon auszugehen, dass diese Ordnung aus dem Jahre 1429 stammt. Unstrittig ist, dass das Schützenwesen in Altena noch wesentlich älter ist und seinen Ursprung in den frühmittelalterlichen Stadtrechten und dem sich daraus ergebenden Zwang der Städte zur Selbstverteidigung zu finden ist.

Seit 1429 ziehen sich drei wichtige Elemente wie rote Fäden durch die Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft: St. Jost (auch Pott Jost genannt), das Schützenkapital und der Bungern (früher Bungarten). Auch andere heutige Selbstverständlichkeiten wie das Vogelschießen, das Tragen einer Schützenmütze und das ausschweifende Feiern gehen auf die erste noch erhaltene Schützenordnung zurück.

Die folgende Zusammenfassung, über die umfangreiche Geschichte der Stadt Altena und seiner Schützengesellschaft, stützt sich insbesondere auf die Bücher "Altena und seine Schützen" von Wilhelm Simons und "Das Schützenfest als kultureller Sonderfall" von Nadine Hampel.


Zur besseren Orientierung sind die Ereignisse, die die Altenaer Schützengesellschaft betreffen, farbig markiert.

 

1429: Gründung der Schützengesellschaft

Altena im Hoch- und Spätmittelalter

Von Grafen, Schützen, der Freiheit und einer Burg

Zur Gründungszeit der Schützengilde regierten in Altena die Grafen von der Mark. Die Grafschaft umfasste eine Fläche von ungefähr 3000 km² und erstreckte sich in Nord-Süd-Richtung zwischen Lippe und Agger und in West-Ost-Richtung zwischen Gelsenkirchen und Bad Sassendorf über ungefähr 75 km. Stammsitz der Grafen von der Mark war seit den 1220er Jahren die Burg Mark bei Hamm, welche ihnen auch den Namen gab. Zuvor hatten sie als Grafen von Altena ihren Hauptsitz auf der Burg Altena.

Die Grafen von der Mark zählten im Hochmittelalter zu den mächtigsten und einflussreichsten westfälischen Regenten im Heiligen Römischen Reich. Ihre Vorfahren beteiligten sich an den Kreuzzügen ins Heilige Land und zogen mit Kaiser Barbarossa gegen den Papst. Durch geschickte Heiratspolitik und Überfälle erweiterten und festigten sie ihr Herrschaftsgebiet. Um ihre Macht und ihren Luxus zu finanzieren, begnügten sich die Adligen nicht mit der Belehnung von Gütern, der Vermietung von Häusern, Mühlen usw. und mit der Einnahme von Steuern und Beden, sondern griffen regelmäßig auf Geiselnahme und Lösegelderpressung zurück oder liehen sich, gegen Vergabe lukrativer Ämter, z.B. als Burgmannen, Geld.

Im Spätmittelalter, etwa ab Mitte des 14. Jahrhunderts, bescherte aber auch eine erfolgreiche Metallindustrie großen Reichtum für die Region. Zwar waren im Laufe des 13. / 14. Jhts. die Erzlager um Altena erschöpft, die Hüttenplätze und Waldschmieden mussten zum großen Teil aufgegeben werden und Eisenerz aus dem Siegerland herangeschafft, doch wurde seit Ende des 14. Jhts. in Altena der Draht auf wassergetriebenen Drahtzügen gezogen. Vermutlich handelt es sich hierbei um eine Altenaer Erfindung. Die Talgründe in den Seitentälern der Lenne wurden besiedelt, die Drahtziehereien, sog. Rollen, siedelten sich zuerst am Nettebach, kurze Zeit später auch an der Rahmede, der Brachtenbecke und dem Linscheider Bach an. Die Altenaer waren in der Folgezeit bemüht, dass diese Technik nicht über die Freiheitsgrenzen hinaus weitergegeben wurde.

1367 wurde Altena von Graf Engelbert III. von der Mark zur Freiheit erhoben, d.h. zu einer selbständigen kleinen Ortschaft mit städtischer Selbstverwaltung und eigenem Bürgergericht. Es ist naheliegend aber nicht belegt, dass sich in dieser Zeit des Spätmittelalters ein Schützenwesen gründete, um diese Freiheitsrechte durchsetzen und verteidigen zu können.

Konflikte gab es genug: 1409 musste sich Adolf IV. von der Mark gegen Ansprüche seines Bruders Gerhard erwehren, der die Grafschaft Mark für sich beanspruchte und sich mit Dietrich II. von Moers, dem Erzbischof von Köln, verbündet hatte. Zwischen 1410 und 1415 ließ Adolf die Burg Altena ausbauen und alle Urkunden nach Kleve bringen. 1414 verlieh Adolf II. der Freiheit Altena einen Wochenmarkt mit einem wöchentlichen Markttag am Sonntag von morgens bis abends.

Zu offenen Kämpfen zwischen Adolf und Gerhard kam es ab 1423. Heinrich, Kardinal von England, vermittelte 1428 zwischen den Brüdern. Nachdem Gerhard das Schloss Altena eine Zeit lang belagert hatte, besetzte der Kardinal sie als Pfand.


Um 1429 wurde die älteste erhaltene Schützenordnung verfasst.

Adolf und Gerhard schlossen 1430 auf 6 Jahre Frieden, den sie 1437 neu besiegelten, nachdem die Landstände Adolf gezwungen hatten, Gerhard einen großen Teil der Grafschaft zu überlassen. Mit der Soester Fehde (1444-1449) brachen die Kämpfe erneut aus.

1455 brannte Burg Altena nieder. Sie wurde nur provisorisch wieder hergerichtet und büßte ihre Bedeutung für die Grafschaft stark ein.

Mit dem Tod Gerhards im Jahr 1461 fiel die Grafschaft Mark vertragsgemäß an seinen Neffen, Adolfs Sohn, Herzog Johann I. von Kleve.

Als dieser 1481 starb, erbte sein ältester Sohn Herzog Johann II. (der Fromme) von Kleve (1481 – 1521) das Herzogtum. Dieser erhielt, wegen seiner 63 unehelichen Kinder, den Beinahmen „der Kindermacher“.

In einer Fehde überfiel Erzbischof Hermann von Köln mit den Kölnischen Untertanen zwischen 1481 und 1483 die Ämter Altena und Schwarzenberg. Aus der Freiheit Altena wurden Willeken Stoltefaut, Pastor Johan Slebusch, Gerwin Groeten und Johan Smedekens überfallen und beraubt, im Kelleramt wurden die Güter Finkingsen, Nettenscheid und Dresel geplündert und gebrandschatzt. Der Pastor wurde von Coirt Hoetecken gefangen genommen, geschlagen und als Geisel nach Meschede gebracht, er konnte aber fliehen.
Ebenso erging es Johan Smedekens, der ins Stift von Köln gebracht wurde, aber auch fliehen konnte. Gerwin Groeten wurde gefangen genommen und seine Armbrust und Gerätschaften mitgenommen.

Im Märkischen Aufgebot des Herzogs im Jahre 1482 gegen Maximilian von Österreich und Bischof David von Utrecht mussten Altena und Plettenberg jeweils 12 Fußsoldaten entsenden. Diese erhielten täglich 2 Stüber Sold, die Ritterschaft 3 Stüber.


Schon in der Entstehungszeit der Schützengilden und ihrer Feste und Umzüge gab es, meist am Ende der Feierlichkeiten, ein sogenanntes “Gelage”, also eine von jeglichem Alkohol dominierte Feier. Im Laufe der Geschichte des Altenaer Schützenwesen gab es "Gelage" nicht nur in Verbindung mit dem Vogelschießen.

In Altena fand das Fest traditionell im Bungern statt, der den Schützen von je her gehörte. Für das Fest wurde eine Kasse angelegt.

Kriege, Stadtbrände, Hungersnöte und andere Krisen erlaubten im Laufe der Jahrhunderte jedoch keine regelmäßigen Feiern. Dennoch ist das Schützenfest bei den Altenaer Schützen, auch nach dem Wegfall des Wehrgedankens, niemals in Vergessenheit geraten.


 

1517: Luthers Reformation

Die Epoche der Frühen Neuzeit: Christoph Columbus hatte gerade (1492) Amerika entdeckt. Ab 1517 folgen die Reformation und Glaubensspaltung durch Martin Luther, der Bauernkrieg (1524/25) und der Höhepunkt der Hexenverfolgung (ab 1550-1650), die alle direkten oder indirekten Einfluss auf die Grafschaft Mark und auf das Leben in Altena hatten.

Die Freiheit Altena wurde 1518 durch eine Feuersbrunst vernichtet.

Im gleichen Jahr verbot Herzog Johann II. die Abwanderung von Drahtziehern aus Altena, so dass die Bürger Altenas nur dort und sonst nirgends das Drahthandwerk betreiben durften.

Durch eine geschickte Heiratspolitik gehörte Altena ab 1521 zum Vereinigten Herzogtum Jülich-Kleve-Berg. Herzog Johann III. regierte nun die Grafschaft.

Im Jahr 1529 wurde erstmals die spätere Burg Holtzbrinck als „Ellerhaus“ erwähnt.

1534 regelte der Rat von Altena das Zuzugsrecht und die Zulassung zum Bürgerrecht.
Hiernach musste ein Zugezogener, der das Drahthandwerk betreiben wollte, ein Einzugsgeld zahlen, worauf er das Bürgerrecht erhielt. Zuvor musste er ein Jahr zur Probe in Altena bleiben. Auswärtige Eheleute wurden nicht zum Drahthandwerk zugelassen, sondern mussten sich von ihrem „mitgebrachten Gewerbe“ ernähren. Wenn ein Auswärtiger eine Witwe oder eine Bürgerstochter „vom Draht“ heiratete, wurden ihre Kinder für das Drahthandwerk zugelassen.
Bürgermeister und Rat verboten mit Einwilligung aller Bürger das Glücksspiel um Geld mit Karten und Steinen und stellten dies unter Strafe. Nur Ball- und Brettspiele blieben erlaubt. Ein Wirt, der solche Spiele duldete, wurde auch bestraft, ebenso heimliche Spieler, wobei derjenige, der diese Tat zur Anzeige brachte, eine Belohnung erhielt. Das Abbrechen von Zäunen sowie Garten- und Holzdiebstahl wurden unter Strafe gestellt, ebenfalls der grundlose Aufenthalt bei Nacht auf der Straße.

Ab 1535 wurde in Altena die Reformation eingeführt. Dies war ein Prozess, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte. Insgesamt verhielt sich Johann III. in der Reformationszeit ausgleichend zwischen Katholiken und Protestanten. Er starb 1539 und übergab das Herzogtum an seinen einzigen Sohn Wilhelm V. (den Reichen) Herzog etc. (1539 – 1592).
Wilhelm V. heiratete 1546 in zweiter Ehe die Erzherzogin Maria von Habsburg, Tochter des späteren Kaisers Ferdinand I., Nichte von Kaiser Karl V. Er war der Schwager von Heinrich VIII. von England, der Wilhelms Schwester Anna 1540 zur Gemahlin genommen hat. Es war also die Zeit von Thomas Morus.

Ab 1554 war Altena Mitglied der Hanse und wurde dort durch die Städte Hamm und Unna vertreten.

Die 1570 durch Hochwasser zerstörte Steinerne Brücke wurde neu erbaut. 1574 brannte der Stadtteil Nette vollständig nieder.


1578 fand ein Vogelschießen der Schützen erste urkundliche Erwähnung in Altena.


In den Jahren 1578 bis 1588 verfügte die Ritterschaft in den Ämtern Altena und Iserlohn über 39 Pferde.

Am 31. August 1579 beschädigte eine Feuersbrunst die Kirche zu Altena, die Glocken waren geschmolzen, Rathaus und Schule sowie 200 Häuser in der Freiheit und im Mühlendorf waren zerstört. Der Herzog stellte umfangreiche Hilfe zur Verfügung und rief zu einer Kollekte zum Wiederaufbau der Kirche auf. Wegen der schlechten Geschäfte im Drahthandel wandten sich Bürgermeister und Rat an den Drosten Lappe, der eine Ergänzung zur bisher bestehenden Drahtordnung erließ.


1580 entstand vermutlich die älteste erhaltene Abschrift der Altenaer Schützenordnung von 1429. In ihr wurden die einflussreichsten Männer aus Altena in jener Zeit erwähnt: Rentmeister Simeon von Diest (1536-1605), Bürgermeister Peter Habbecke und der wohlhabende Adolf Bergfeld, die alle ihr Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bungern hatten.


Erwähnt sei hier besonders Simeon von Diest, der von 1580 bis 1605 Rentmeister des Amtes Altena und damit der Vertreter des Drosten bzw. Amtmanns Lappe war, dem höchsten landesherrlichen Beamten in Altena.

Zu seinen Aufgaben gehörte die Rechnungs- und Buchführung über die landesherrlichen Ein- und Ausgaben. Seinen Dienstsitz hatte er auf der Burg. Seine erste Frau Clara entstammte der Familie Bergfeld.

Im gleichen Jahr wurden 80 Häuser in der Freiheit durch einen Brand zerstört. Die Altenaer baten den Herzog, die in Iserlohn widerrechtlich neu erbauten Drahtrollen wieder abzuschaffen und ein Verbot des Baues neuer Drahtrollen an anderen Orten auszusprechen, damit die armen Altenaer nicht zur Auswanderung und zur Übertragung des Handwerks ins Ausland gezwungen würden. Die im Vorjahr durch einen Brand zerstörte Kirche wurde neu aufgebaut.

1584 wurde die Kirche vom Volke gestürmt und, nach einer Sage, der letzte katholische Priester vom Altar weggerissen. In Altena gab es für exakt 200 Jahre keine katholische Kirchengemeinde mehr.

Wilhelm V. starb und sein einziger Sohn Johann Wilhelm übernahm 1592 als Johann Wilhelm I. (der Gute) Herzog etc. (1592 – 1609), vormals Bischof von Münster, das Herzogtum.

Von November 1598 bis April 1599 bezog das Spanische Heer des Admirals Mendoza, nach dem Waffenstillstand mit den Niederlanden, Winterquartiere in der Grafschaft Mark. Es waren zwar genaue Bestimmungen für Unterbringung, Verpflegung und Verhalten der Truppe erlassen worden, aber die zügellosen und schlecht bezahlten Soldaten hielten sich nicht daran. Das Land wurde erbarmungslos ausgesogen und die Bewohner grausam behandelt. Auch das Amt Altena bekam Einquartierungen, aber die Freiheit Altena blieb davon verschont.

Um 1600 entwickelte der Altenaer Reidemeister Johann Gerdes die Technik des Stahldrahtziehens. Die Oberfläche des geschmiedeten Stahldrahts setzte beim Glühen eine zähe Öl- und Rußschicht an, die den Zug durch das Zieheisen unmöglich machte. Gerdes setzte Urin als Beizmittel für den Draht ein. Nach dem Beizen konnte der Zunder auf einer sog. „Polterbank“ abgeschlagen werden.

Im Rahmen eines Streits mit seinem Vorgesetzten, dem Amtmann Lappe, wurde Rentmeister Simeon von Diest wegen der Veruntreuung von Geldern angeklagt. Im Jahre 1605 konnte er wegen erwiesener Unschuld zwar freigelassen werden, starb jedoch kurz darauf, an den Folgen der langen Kerkerhaft, in seinem Haus in Altena. Er wurde in der Lutherkriche beigesetzt.

1609 starb das Herrschergeschlecht im Mannesstamm aus und die Mark fiel zunächst provisorisch und beim Erbvergleich 1666 dann definitiv an den Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg. Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg (1609 – 1619) aus dem Hause Hohenzollern riss die Macht über die Grafschaft gemeinsam mit Graf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg an sich.

1612 stritten sich Lutheraner und Reformierte in Altena um den größeren Einfluss und um die Kirche. Der Streit hielt bis 1624 an.

Ab 1614 übte Kurfürst Johann Sigismund die Herrschaft gleichberechtigt mit dem Pfalzgrafen aus. Tatsächlich herrschte er nur in Kleve, Mark und Ravensberg.

1615 ließ Johann Sigismund die Burg Altena von einer brandenburgischen Garnison besetzen.

Diese politischen und konfessionellen Machtkämpfe waren bereits Vorboten des 30-jährigen Krieges, der 1618 begann.


1618-1648: Dreißigjähriger Krieg

Als sein Vater Johann Sigismund 1619 im Sterben lag, übernahm Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg (1619 – 1640) die Regierung des Kurfürstentums Brandenburg und des Herzogtums Preußen. Gefördert durch eine merkantilistische Wirtschaftspolitik der Kurfürsten entwickelten sich in der Grafschaft überregional bedeutsame vorindustrielle Verdichtungszonen. Dazu zählte u.a. auch die Drahtherstellung im Raum Altena.

1622 besetzten spanische Söldner unter General Cordoba Altena und die Burg.

Die alte Katharinenkirche wurde 1624 endgültig lutherisch.

Im Jahr 1626 wurde die Lateinschule (später Gymnasium) in Altena gegründet.

1632 war Johann von Diest (Sohn des Simeon von Dienst) Bürgermeister von Altena und auch brandenburgischer Rat. Zugleich war er Deputierter der Städte der Grafschaft Mark und Amtswalter des Grafen von Schwarzenberg.


Seit 1632 können die Vorstände und Scheffen der Schützengesellschaft namentlich belegt werden. In diesem Jahr wurde auch die Unantastbarkeit des Schützenkapitals niedergeschrieben. Die Schützen hatten Einnahmen durch Zinskredite, durch Eintrittsgelder von Neumitgliedern, der Verpachtung des Bungern, der Vermietung von Tischen und Bänken sowie durch Strafgelder vom Brüchtengericht.


1634 pachtete Johann von Diest den Drahtstapel von der Stadt Altena. Er wurde ein Vorreiter für die industrielle Entwicklung im späteren Ruhrgebiet.


1635 wurden neue Schützen "angesetzt", eine Zehrung durchgeführt und eine neue Schützenordnung niedergeschrieben. Darin ist erstmals belegt, dass die Schützen in Altena mit Gewehren (Büchsen) geschossen haben. (Anm.: Die ersten Feuerwaffen wurden allerdings bereits im 14. Jahrhundert entwickelt).


1636 wütete die Pest in der Freiheit Altena, von etwa 2.000 Einwohnern wurden 687 Personen durch die Krankheit dahingerafft.


1637 wurde erstmals das Kleinod erwähnt. Das lässt darauf schließen, dass möglicherweise auch Schützenfest gefeiert wurde.


1640 wurde Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (Der Große Kurfürst 1640 – 1688) Nachfolger von Kurfürst Georg Wilhelm.


Von 1641 stammt die erste vollständige Mitgliederliste der Schützengesellschaft. Sie verzeichnet 164 Namen. An der Spitze der Gesellschaft steht ein "Förer".


1643 erwarb Georg Holtzbrinck ein burgartiges Gebäude in der Freiheit Altena, das später als "Burg Holtzbrinck" bekannt wurde.

1647, ein Jahr vor der Verkündung des Westfälischen Friedens, weilte der Große Kurfürst für ein paar Tage auf der Burg Altena und empfing verschiedene Gesandte von den Friedensverhandlungen zu Münster und Osnabrück, unter anderem den kaiserlichen Generalfeldmarschall Peter Melander von Holzappel, den er von der Notwendigkeit des Friedens überzeugen konnte.


Der hohe Besuch hat den Schützen Anlass zum ersten dokumentierten "Aufzuge" gegeben.


 

1648-1740: Vom Westfälischen Frieden bis zu Friedrich dem Großen

1648 endete der Dreißigjährige Krieg, bei dem sich die katholische Liga und die protestantische Union mit ihren jeweiligen Verbündeten bekämpft hatten. Durch den Krieg selbst, aber auch die durch ihn verursachten Hungersnöte und Seuchen, wurden ganze Landstriche verwüstet und entvölkert.

Nach der Aushandlung des Westfälischen Friedens in Münster (1648) konzentrierte sich der Große Kurfürst Friedrich-Wilhelm von Brandenburg auf den Ausbau eines Zentralstaates.

In Frankreich regierte zu dieser Zeit der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. (1643-1715), während Zar Peter der Große (1672-1725) Russland zu einer Großmacht ausbaute.


Die Altenaer Zöger erlebten nach dem Friedensschluss einen wirtschaftlichen Boom, der natürlich Einfluss auf das Leben an der Lenne hatte. In dem Bericht eines Regierungsbeamten aus dem Jahr 1650 heißt es: "... dass das unmäßige Fressen und Saufen in der Freiheit Altena sehr missbraucht und gepflegt wird."

1651 wurde das erste Schützenfest nach dem 30-jährigen Krieg gefeiert.

Es scheint gefallen zu haben, den bereits 1652 fand das nächste Fest statt. Aus einer Überlieferung wissen wir, dass Adolph Möllers Schützenkönig wurde. Seit diesem Jahr können wir alle Schützenkönige und Vorstände der Schützengesellschaft zu Altena namentlich belegen.

1654 wurde wieder Schützenfest gefeiert.

1657 fand eine Schützenzehrung, also ein Schützenfest ohne Königsschießen statt.

1658 untersagt der Große Kurfürst das heidnische Vogelschießen. In Altena hielt man sich jedoch zunächst nicht daran.


Ab 1658 kam es zu einer Wirtschaftskrise im Drahtgewerbe. Die Altenaer konnten sich aber offenbar schnell von der Krise erholen, denn obwohl 1660 der Stadtteil Nette brannte,


gab es 1661 eine Schützenzehrung.


1666 brannte die Nette erneut ab. Im gleichen Jahr erreichte Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die endgültige Erbteilung.

1667 erwarb die reformierte Gemeinde das "Scharffensche Haus" gegenüber der Burg Holtzbrinck und baute es zur Kirche um.


Im gleichen Jahr gab es eine Zehrung.

1668 beteiligte sich die Schützengesellschaft an der Finanzierung einer neuen Kirchenorgel.

Offenbar war das landesherrliche Dekret von 1658 gegen allerlei abergläubisches Unwesen im Jahre 1669 noch nicht in Altena angekommen. Jedenfalls schossen die Schützen beim Schützenfest 1669 auf einen Schützenvogel. Schützenkönig wurde Johann Fischer.

Daraufhin wiederholte der Große Kurfürst sein Verbot von 1658 gegenüber den Schützen und setzte das Scheibenschießen durch.


Das nun lange kein Schützenfest mehr gefeiert wurde, lag weniger an der Verfügung, sondern viel mehr an den folgenden Ereignissen:

Um 1670 wurde auf der Burg Altena ein Invalidenhaus eingerichtet, in dem Soldaten als Besatzung untergebracht waren, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Verwundung nicht mehr Wehrdienst leisten konnten.

1671 beschädigte ein Sturm die Burg Altena schwer. Blitz und Feuer zerstörten den Dachstuhl des Pulverturms. Im gleichen Jahr begann der Französische Krieg (1671-1678) bei dem Frankreich gegen die Niederlande kämpfte. Die Altenaer waren insofern davon betroffen, dass ihr Landesfürst mit den Niederländern verbündet war.

1673 und 1679 kommt es daher zu Überfällen der Franzosen auf die Freiheit Altena.


Die Schützengesellschaft trat dabei als Bürgerwehr in Tätigkeit. Die Franzosen plünderten in der Freiheit und wollten auch die Burg angreifen, der Angriff konnte aber durch die Schützen- und Bürgerschaft abgewehrt werden. Kurfürst Friedrich-Wilhelm würdigte das tapfere Verhalten der Einwohner.

Erst 1682 konnte wieder ein Schützenfest gefeiert werden. Das Scheibenschießen fand erstmals "Auf m Piepenbrink" (vermutl. heutiger Friedhof im Mühlendorf) statt. Schützenkönig wurde Peter von Langenscheidt.


1686 kam es zu einer Wirtschaftskrise im Drahtgewerbe. In Altena gründete man daher einen Drahtstapel als Monopolgesellschaft und führte im märkischen Raum eine neue Stahlordnung für die Herstellung und den Absatz von Stahldraht ein. Darin einigten sich die Drahtproduzenten darauf, dass in Lüdenscheid der starke Draht gezogen werden sollte, in Altena der mittlere und in Iserlohn der feine Draht.


Trotz der Krise fand im gleichen Jahr noch ein Schützenspiel statt. Dabei wurde "an Platz des zerrißnen Fähnleins" eine neue Fahne angeschafft. Ihre Elemente, Form und Symbole haben sich seitdem kaum verändert. Mit dem Vogelschießen wurde Heinrich Wortmann der Schützenkönig.


1688 folgte Friedrich III. von Brandenburg seinem Vater im Amt als Großer Kurfürst. Er führte die Pläne seines Vaters zur Gründung eines Zentralstaates weiter.


Schützenfest 1691: Mit dem Adlerschießen wurde Peter Helling Schützenkönig.


Verschiedene Kriege rund um das Fürstentum Brandenburg führten 1686 erneut zu einer Wirtschaftskrise. Die Reidemeister und Zöger hielten nicht mehr zusammen sondern brachen ihre Verabredungen von 1686, so dass der Drahtstapel erlosch.


Beim Schützenfest 1697 zählte die Schützengesellschaft 289 Mitglieder. Mit dem Vogelschießen wurde Johann Leopold von Clomberg der Schützenkönig.


 

Burg Altena mit der Freiheit von Abraham Begeyn; 1696

1701 gründete der Große Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg das Königreich Preußen und krönte sich selbst zum König Friedrich I. von Preußen.

1702 kam es erneut zu einem verheerenden Stadtbrand, bei dem in der Freiheit, im Mühlendorf und in der Nette insgesamt 300 Häuser zerstört wurden.


Unter der Regierung von Preußenkönig Friedrich I. kehrten friedlichere Jahre ein und die Altenaer konnten ab 1706 wieder Schützenfest feiern. König wurde Johann Wilhelm Dalmann.

Das Schießen auf "ein Zeichen" an der Scheibe fand 1709 wieder "Auf dem Piepenbringe” statt. Der Organist Johann Caspar Hohage wurde Schützenkönig.

Beim Schützenfest 1712 im Bungern schoss König Franz Bödecker den Vogel ab.


Mit dem Tode seines Vaters wurde Friedrich-Wilhelm I. im Jahre 1713 König von Preußen. Er ging als Soldatenkönig in die Geschichte ein. Friedrich Wilhelm richtete sein Augenmerk auf den Aufbau Brandenburg-Preußens als unabhängige Militärmacht und starken Merkantilstaat, schuf ein umfassendes Staatsfinanzwesen und führte straffe Sparmaßnahmen am preußischen Hof ein. Aufgrund seiner umfangreichen Reformen wurde er als „Preußens größter innerer König“ bezeichnet.

1717 wurde in Preußen die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Im gleichen Jahr wurde in der Altenaer Drahtordnung festgelegt, dass wegen der Brandgefahr kein Zöger ohne Kessel Draht glühen darf.


1719 fand das Scheibenschießen erstmals “ober der Steinernen Brücke" (heute Werdohler Straße) statt und Simeon Schriever wurde König.

Laut Protokoll wurde 1722 wieder im Bungern auf den Vogel geschossen. Laut Rechnung fertigte Röttger Vogel jedoch einen Drachen an. Dieser wurde von Georg Henr. Erben abgeschossen.


Altena hatte in jenem Jahr 2611 Einwohner.

1724 eröffnet der Wirt Johann Hermann zu Pillingsen eine Gaststätte in der Nette. Heute ist das "Haus Pilling" die älteste Gaststätte in Altena.


Beim Schützenfest 1728 schoss der Notarius Johann Henrich Figge den Vogel im Bungern ab. Durch die voranschreitende Aufklärung lockerte sich auch der Brauch des Brüchtengerichts. Die Regeln, Verfahren und Strafen wurden weniger streng und mit wachsenden Humor ausgelegt.


1732 wurde in Altena eine Fußpost eingeführt, die viermal wöchentlich verkehrte.

1733 hatte die Burg Altena durch die Weiterentwicklung der Waffen ihre wehrtechnische Bedeutung verloren. Die von den Preußen als Stammburg mütterlicher Linie angesehene Burg verfiel immer mehr.

Im Jahre 1738 erfolgte der Neubau der Lutherkirche. Außer dem Kirchturm wurde die alte Kirche komplett abgetragen und an ihrer Stelle eine neue Kirche errichtet.


Die Schützengesellschaft unterstützte die Finanzierung des Kirchenbaus.


Im gleichen Jahr gründete der Drahtzieher Claas eine Drahtrolle (heute Claas / Klincke Drahtwerke).


1740-1763: Preußen wird europäische Großmacht

1740 wurde Friedrich II. (Friedrich der Große) König in Preußen. In elf Kriegsjahren schlug "Der alte Fritz" fünfzehn Schlachten und machte Preußen zu einer Großmacht in Europa. Zur Bekämpfung von Hungersnöten brachte er die Kartoffel nach Deutschland. Sein Interesse an den westlichen Provinzen war jedoch nicht sehr groß.

1742 erließ Friedrich II. die Weisung, dass Altenaer Drahtzieher keinen Militärdienst leisten müssen. Als Hintergrund lässt sich die strategische Wichtigkeit des Drahtes für die Rüstungsindustrie vermuten.

1744 kam es zu einer Wirtschaftskrise im Drahtgewerbe. In Altena wird eine Eisendraht-Stapel-Gesellschaft gegründet.

Zur Finanzierung seiner Schlachten im Österreichischen Erbfolgekrieg forderte Friedrich der Große im Jahr 1745 Kriegsanleihen von der Freiheit Altena.


Die Schützen streckten das Geld aus ihrem Kapital vor und erhalten es vom Magistrat nebst Zinsen zurück.


1748 endete der Krieg mit dem Aachener Frieden.


Die Altenaer feierten das Friedensfest in Verbindung mit einem Schützenfest. Dazu wurde eine neue Schützenordnung erstellt. An zwei Tagen wurde auf die Scheibe geschossen. Dabei wurden Daniel Bauckloh und Anton von der Gotten die Schützenkönige.


1750 verfiel die Burg immer mehr, in der Nette brannten 300 Häuser, auch das Akzisetor (Hexentor) an der Straße nach Neuenrade (später „Dei Straote rop“, dann Königstraße, dann Bergstraße) wurde zerstört.

Im Jahr 1753 erfolgte eine Gebietsreform. Unter Ausführung des königlich-preußischen Ediktes wurde die Grafschaft Mark in vier Kreise gegliedert, von denen einer der Kreis Altena wurde. Die Stadt Altena wurde Kreisstadt.

Es erfolgte die Einrichtung eines Landgerichts in Altena, zuständig für Altena, Neuenrade und Iserlohn. Für behandelte Kriminalfälle befand sich das zuständige Gefängnis auf der Burg. In diesem Jahr wurde außerdem ein Ersatzbauwerk für die Steinernen Brücke errichtet.


Erst sechs Jahre nach dem letzten Stadtbrand wollten die Altenaer im Jahre 1756 wieder ein Schützenspiel abhalten. Nach dreimonatiger Vorbereitungszeit musste das Fest wegen des drohenden Krieges abgesagt werden. Die Schützen streckten die vom König eingeforderten Kriegsanleihen der Freiheit Altena wieder vor.


Von 1756-1763 kam es zum Siebenjährigen Krieg. Mit Preußen und Großbritannien/Kurhannover auf der einen und der kaiserlichen österreichischen Habsburgermonarchie, Frankreich und Russland sowie dem Heiligen Römischen Reich auf der anderen Seite kämpften alle europäischen Großmächte jener Zeit um die Vormachtstellung in Europa. Im Rahmen der Kampfhandlungen drang die französische Armee u.a. in Westfalen ein.

Nach einer Sage versuchte der kgl. preuß. Generalleutnant Carl Friedrich Freiherr von Wolffersdorff, Droste zu Altena und Iserlohn, nun die Altenaer Männer im kampffähigen Alter zum Militärdienst einziehen. Als Drahtzieher gingen sie jedoch einer kriegswichtigen Arbeit nach und hätten daher auf Anordnung des Königs eigentlich vom Kriegsdienst verschont werden sollen. Von diesem Recht machten sie auch gebrauch, als von Wolffersdorff mit Soldaten nach Altena kommen wollte, um die Drahtzieher mit Gewalt einzuziehen. Die Altenaer waren schon damals stur und wehrhaft: Mit glühenden Eisenstangen fertigten die Drahtzieher igel-ähnliche Gebilde, mit denen sie die Soldaten am Iserlohner Tor empfingen. Während die Einen mit den heißen Waffen die Stadtgrenze verteidigten, sorgten die Anderen für permanenten Nachschub. Auch die Frauen beteiligten sich am Widerstand und schütteten den Soldaten kochendes Wasser über die Köpfe. Am Ende mussten die Soldaten - ohne die kräftigen Altenaer Männer - wieder umkehren. Als "der alte Fritz" davon hörte, bestellte er von Wolffersdorff ein und bekräftigte noch einmal die Wehrfreiheit der Altenaer Drahtzieher.


Das nächste Schützenfest fand erst wieder 1764 als Friedensfest statt. Schützenkönige wurden Rezeptor Figge und Rezeptor Nottebohm. In den darauffolgenden Jahre wurde die allgemeine Not so groß, dass sich der Schützengedanke langsam aus dem Bewusstsein der Altenaer schlich.


Im Siebenjährigen Krieg hatten zahlreiche Söhne Westfalens für den König gekämpft und dabei ihr Leben gelassen. Dadurch verbesserte sich das Verhältnis zwischen der Mark und dem Preußenkönig.

 

1764-1789: Vom Frieden in Preußen bis zur Französischen Revolution

Die preußische Garnison auf der Burg wurde 1771 aufgelöst. Die Freiheit Altena kaufte die nicht zum "Criminalgericht" und Gefängnis gehörenden Teile der Burg für 800 Reichstaler und richtete ein Waisen- und Armenhaus ein.

1776 trennten sich die USA von Großbritannien und erklärten ihre Unabhängigkeit.

1778 begann die Armenspeisung auf der Burg Altena. In dem Armenhaus waren ältere Menschen, Behinderte, Epileptiker, Waisen usw. untergebracht.

1780 wurde Altena von einem Hochwasser heimgesucht.

Als im Jahre 1784 Aachener Nadelarbeiter für die „stählerne Nähnadel-Fabrique“ nach Altena kommen sollten, forderten diese, dass ihren religiösen Bedürfnissen entsprochen werde. Die Teilhaber der Nähnadelfabrik richteten auch an König Friedrich den Großen den Antrag, die Anstellung eines katholischen Geistlichen zu genehmigen. Der König kam dem Antrag 1785 unter einigen Bedingungen nach.

1786 starb der "Alte Fritz" und sein Neffe Friedrich-Wilhelm II. wurde König von Preußen.

 

Friedrich-Wilhelm II.

Bei seinem Amtsantritt war Friedrich-Wilhelm II. äußerst beliebt und das Volk erhoffte sich eine allgemeine Besserung seiner Lage. Der "westfälische Provinzialminister" von Heinitz setzte sich in Berlin für die Westprovinzen ein und erreichte, dass der König den Westen seines Staates besuchte.


1788 wurden viele große staatliche Infrastrukturprojekte für die Altenaer Wirtschaft fertiggestellt und am 8. Juni 1788 besuchte der König von Preußen, Friedrich Wilhelm II, unsere Stadt. Dieser Besuch versetzte die Bevölkerung in riesige Freude. Die Menschen schmückten die ganze Stadt, feierten und jubelten ihrem Monarchen zu und fanden wieder Lust an der gemeinsamen Feier. Bürger und Schützen wollten sich fortan Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft nennen. Mit "Cabinets-Order" vom 09.07.1791 wurde diesem Wunsch schriftlich entsprochen.

 

 

Das Friedrich-Wilhelms-Fest sollte nun regelmäßig alle drei Jahre gefeiert werden. Die Schützen teilten sich in Divisionen (später Kompanien) auf, die den drei damaligen großen Stadtteilen von Altena entsprachen: Freiheit, Nette und Mühlendorf.


 

1789-1815: Auswirkungen der Französischen Revolution und Napoleon

1789 kam es in Frankreich zur "Französischen Revolution", die zunächst aber noch keine Auswirkungen auf die Menschen in Altena hatte.


Mit frischer Kraft wurde 1791 wieder ein rauschendes Fest gefeiert. Das Scheibenschießen fand “Auf dem Sande” statt. Schützenkönig wurde Diedr. Wilhelm Thomee. Die Scheffen und Schützenoffiziere trugen die " Altenaische Uniform mit Schärpe und Degen sowie auch Esponton (...) welches ein jeder für sich auf seine Kosten anschaffen" musste.


Ab 1792 wirkte sich die Französische Revolution, durch die darauffolgenden Napoleonischen Kriege, nun doch auf die Altenaer aus.


In der Folge traten in diesen Jahren wieder Notstände auf, die eine regelmäßige Wiederholung des Schützenfestes unmöglich machten.


Ab 1794 besetzten revolutionäre französische Truppen den linksrheinischen Teil Preußens (Koalitionskrieg / Schlacht bei Aldenhofen). Im gleichen Jahr erhielt Altena den Titel Stadt, ohne jemals die Stadtrechte verliehen bekommen zu haben.

Friedrich-Wilhelm II. starb 1797. Im Volk wurde er zum diesem Zeitpunkt bereits häufig "Der dicke Lüderjahn" (Taugenichts) genannt. Ihm folgte sein Sohn Friedrich-Wilhelm III. als König von Preußen.

Ab 1804 beherrschte Napoleon Europa und besiegte 1806 auch Preußen mit seiner Armee. Auch die industrielle Revolution wirft ihr Schatten voraus. Um 1800 hielt die erste Dampfmaschine in Preußen Einzug.

Begleitet von revolutionären Ereignissen folgte 1806 die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Altena fiel unter napoleonische Herrschaft und gehörte bis 1813 zum Rheinbund-Staat Berg.

1808 wurde die Grafschaft Mark Teil des Großherzogtums Berg mit der Hauptstadt Düsseldorf.

1809 verkündete Napoleon die Gewerbefreiheit und hob den Zunftzwang auf.

1813 kam es zur Völkerschlacht bei Leipzig und den Befreiungskriegen gegen die Franzosen.

Von 1814-1815 fand der Wiener Kongress statt und eine neue Ordnung in Europa entstand. Den Juden wurden nun auch in Preußen nach und nach mehr Rechte zugebilligt, die Judenemanzipation schritt voran.

 

1815-1871: Von der Restauration bis zur Gründung des Deutschen Reiches

1815 herrschte Friedrich Wilhelm III. wieder über die Grafschaft Mark, die Teil der neuen preußischen Provinz Westfalen wurde. Altena wurde Kreisstadt und gehört seitdem zur Bezirksregierung Arnsberg. Eine lange Friedensperiode schloss sich nun an. In Preußen wurde sie genutzt um Landwirtschaft, Gewerbe und Handel wieder in Gang zu bringen.


1816 teilte der Schützenhauptmann und Kriminalrichter August Wilhelm Castringius mit: „Es ist hier allgemein bekannt und wird zur Nachricht zu den Akten der Friedrich- Wilhelms-Gesellschaft bemerkt, dass schon während der Kriege von 1813 und 1814 von allen Bürgern und Schützen gewünscht und verlangt worden ist, dass bei dem zu erwartenden Friedensfest auch zugleich das Friedrich-Wilhelms- oder Schützenfest gefeiert werden möge.“ Wenige Tage später herrschte die Ansicht vor, „dass in dem Betracht, dass jetzt das Brot so teuer ist und den neuen Schützen es sauer werden würde, das [Schützen-] Zeichen zu bezahlen“, es besser sei, die Verlegung des Schützenfestes zu beschließen.


Zwischen 1816 und 1839 wurde in Altena die Straße durch das Rahmedetal nach Lüdenscheid gebaut.

1817 und 1833 besuchte Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. in Begleitung von Oberpräsident Vincke die Burg Altena. Der Besuch seines Bruders Kronprinz Wilhelm I. im Jahr 1819 und sein Interesse an der Burg veranlassten den Wiederaufbau.


Die Schützen wagen einen Neuanfang

1823 hatte sich die allgemeine Lage in Altena soweit entspannt, dass wieder an ein Schützenfest gedacht werden konnte. So wurde ein neuer Vorstand der Schützengesellschaft gewählt.

Gut 34 Jahre nach dem letzten Schützenfest wurde 1825 durch den fast 90-jährigen August Wilhelm Castringius eine neue Schützenordnung verfasst. Statt der "Altenaischen Uniform" (von 1791) trugen die Schützen nun nur noch einen Hut mit einer schwarz-weißen Konkarde. Scheffen und Offiziere erkannte man am weißen bzw. blauen Band am Arm.

Bei einigen Schützen kam nun auch die Frage auf, ob ihre jüdischen Nachbarn nicht auch Mitglied der Schützengesellschaft werden könnten. Mit Hinweis auf die Schützenordnung wurde dies vom Vorstand nicht genehmigt: Schütze konnte nur werden, wer im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte in Altena war. Sowohl Fremden, als auch Verbrechern und Juden wurden diese Ehrenrechte nicht zugesprochen.

Beim Scheibenschießen an zwei Festtagen wurden Carl Oventrop und Steinmann in der Klusen die Schützenkönige.

 

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wurden sechs weitere Schützenfeste (1833, 1837, 1848, 1850, 1856, 1863) gefeiert. In dieser Zeit fanden auch die ersten Treffen zum Kränzebinden statt und man sang im Bungern gemeinsam Schützenlieder.

Das erste schriftlich dokumentierte Festzelt wurde beim Schützenfest 1833 im Bungern aufgestellt. Eine neue Schützenordnung wurde niedergeschrieben und auch Juden konnten nun Mitglied der Schützengesellschaft werden. Die Schützen trugen blaue Kappen mit roter Borde. Wilhelm Thomée wurde beim Scheibenschießen der Schützenkönig.


Am 04.10.1834 erschien erstmalig das Wochenblatt für den Kreis Altena (ab 1870: Altenaer Kreisblatt).

1835 wurde Altena durch eine vierspännige, tägliche Fahrpost mit Iserlohn, Lüdenscheid und Schwelm verbunden. Zwischen Nürnberg und Fürth verkehrte in diesem Jahr die erste Eisenbahn.

Zwischen 1836 und 1839 wurde die Lüdenscheider Straße gebaut.


Das Festzelt von 1833 schien sich nicht bewährt zu haben. Die Feier nach dem ScheibenschießenAm Sande” fand 1827 dezentral in verschiedenen Gaststätten statt. Beim Marschieren schmückten die Schützen ihr Gewehr oder ihren Stock mit einen Eichenzweig. Der 18-jährige Nadler Ludwig Riep wurde Schützenkönig. Nach dem Schützenfest wurde beschlossen, dass der König künftig mindestens 24 Jahre alt sein soll.


Ebenfalls 1837 gründete der Drahtzieher Klincke eine Drahtrolle (heute Claas/Klincke Drahtwerke)

Um 1840 wurde das Armenhaus auf der Burg aufgelöst.

1842 erfolgte die Gründung der Städtischen Sparkasse Altena.

1843 wurde die Straße von Altena nach Siegen (heute B 236) fertiggestellt.

1845 gründete sich in der Rahmede eine familiengeführte Drahtzieherei, heute die Friedr. Trurnit GmbH.

Politische Spannungen und eine Wirtschaftskrise beschäftigten die Altenaer zwischen 1846 und 1849.


Der gesellschaftliche Riss zog sich auch quer durch den Vorstand der Altenaer Schützen. Im Jahre 1846 sprachen sich die Schützen daher gegen die Durchführung eines Schützenspiels aus.

Im gleichen Jahr erdachte sich ein unbekannter Mitbürger eine Sage, die sich als Entstehungsgeschichte des Pott-Jost als Patron der Schützengesellschaft durchgesetzt hat.


Die Netter Schule wurde 1848 eingeweiht und eine Fahrpost nach Siegen und Letmathe eingerichtet.

In Deutschland entwickelte sich langsam eine konstitutionelle Monarchie. Nach der Deutschen Revolution 1848/49 tagte in der Frankfurter Paulskirche erstmals ein gewähltes demokratisches Parlament für ganz Deutschland: Die Frankfurter Nationalversammlung. Die Gründung eines deutschen Nationalstaates scheiterte jedoch.

In Altena wählten die Schützen 1849 einen neuen Vorstand. Der gesellschaftliche Riss in Deutschland zog sich aber nach wie vor, auch quer durch den neuen Vorstand der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft.


Insgesamt waren die revolutionären Wirren aber ohne auffällige Erscheinungen an Altena vorbeigegangen.


Vor dem Schützenfest 1850 wurden in den Zügen erstmals Vertrauensmänner gewählt, die die Vorstandsmitglieder während des Festes unterstützen. Aus diesen Vertrauensmänner entwickelten sich später die Spieße.

Beim Schützenfest wurde erstmals Militärmusik gespielt. Dazu reiste das 16. Inf.Reg. aus Düsseldorf an. Es wurde ausdrücklich vereinbart, dass die Musiker in Uniform spielen. Im gleichen Jahr wurde auch ein neues Schützenzeichen aufgelegt und eine Ballordnung eingeführt, die genau regelte, in welcher Reihenfolge welche Musik zu erklingen hat.
Im Bungern wurde wieder ein Tanzzelt errichtet. Es fanden aber auch dezentrale Feiern in den Gaststätten statt. Ein mildes Sittengericht wurde wieder eingeführt. Beim Scheibenschießen erlangte der Scheffe Berkenhoff die Königswürde.

1851 standen in Altena etwa 580 Häuser. Die Höhere Mädchenschule wurde gegründet.

1853 gründeten Friedrich Berg & Friedrich Düsterloh am Hünengraben das heutige Drahtwerk Wagener.

Der Ausbau der Straßen nach Evingsen, Ihmert und Hemer erfolgte 1854. Ab diesem Jahr wurde das Gebäude "An der Kirche 2" als Rathaus genutzt.


1855 sprechen sich die Schützen gegen die Durchführung eines Schützenspiels aus. 1856 wurde Schützenfest gefeiert. König wurde der Reidemeister Peter Wilhem Hesse ober der Brücke.


Der Johanniter-Orden richtete auf der Burg eine Siechen- und Krankenanstalt ein (bis 1910).

In der Nette gründete Friedrich-Wilhelm Lüling 1857 eine Nähnadelproduktion, die heutige Firma FR. u. H. Lüling GmbH & Co. KG.


1857 beschloss der Schützenvorstand, dass regelmäßig Sitzungen stattfinden sollen, zu denen auch die Schützen eingeladen werden.


Während 1858 in Altena der Bau einer städtischen Gasanstalt fertiggestellt wurde und 78 Gaslaternen aufgestellt wurden, übergab Friedrich-Wilhelm IV. aus gesundheitlichen Gründen die Regentschaft über Preußen an seinen jüngeren Bruder Wilhelm I. von Preußen.

1860 wurde ein Eisenbahntelegraph für Privat-Depeschen eingerichtet und der erste Personenzug aus Hagen traf am Altenaer Bahnhof ein.

1861 hatte Altena 5.934 Einwohner.


Der Vorstand der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft bestand in jenem Jahr aus 24 Mitgliedern. Sieben Mitglieder davon betrieben Gaststätten.


Basse & Selve richteten das Werk am Schwarzenstein ein, wo Nichteisen-Metalle verarbeitet wurden. Die Eisenbahnstrecke Ruhr-Sieg wurde in Betrieb genommen.

1862 wurde Otto von Bismarck Ministerpräsident im Königreich Preußen.

Mit neuer Euphorie fand 1863 ein Schützenfest statt. Für das geplante “Volks- und Bürgerfest” war der Bungern zu klein und ein neuer Schützenplatz wurde gesucht. Letztlich entschied man sich für den Bleicheplatz am Linscheid.

Um die Gemeinschaft herzustellen wurde eine großes Festzelt in Hörde gemietet und die Bewirtung übernahm der Bahnhofswirt. Das Aufstellen von Ehrenpforten für den Vorstand wurde untersagt. 1200-1500 Menschen besuchten das Schützenfest.
Beim Adlerschießen wurden erstmals auch die Insignienschützen (Krone / Zepter / Apfel) geehrt. Schützenkönig wurde der Zimmermeister Karl Oevenscheid zu Rahmede.

Nach dem Schützenfest beschloss der Verstand, dass Einheimische, die nicht Schützen sind, keinen Zugang zum Fest erhalten sollen. Der Druck von Liedern und die Ball- und Tanzordnung wurden mittlerweile für überflüssig erachtet.


1864 bestanden in Altena 38 Drahtrollen mit 305 Arbeitern. In Altena wurde eine der ersten Leihbibliotheken in Deutschland eingerichtet.


1864 und 1866 brachen der Deutsch-Dänischen Krieg und der Preußisch-Österreichische Krieg aus und legten das Schützenwesen für kurze Zeit wieder lahm.


Preußen hatte beide Kriege siegreich beendet, einen neuen patriotischen Geist entfacht und steuerte auf die Gründung des Deutschen Reiches und die Kaiserzeit zu.

Der vielseitig engagierte Bürger Felthauß eröffnete 1867 in Altena eine Apotheke.


Die nachfolgende Entwicklung des Schützenfestes spiegelt den damaligen Zeitgeist wider. Während sich Amerika vom Bürgerkrieg (1861-1865) erholte und der Kolonialismus seinen Höhepunkt erreichte, sorgte die industrielle Revolution für große Umbrüche in unserer Region.

1868 wurde die Wilhelm vom Hofe Drahtwerke GmbH gegründet. Durch Pfarrer Josef Cramer wurde eine Niederlassung von "Franziskanerinnen" aus dem Kloster Salzkotten zur häuslichen Krankenpflege und Erteilung von Handarbeitsunterricht eingerichtet.

Die Unternehmer Basse & Selve verlegten ihren Firmensitz 1869 nach Altena-Schwarzenstein. Die Firma war bereits 1861 als Messingwalzwerk in Bärenstein bei Werdohl gegründet worden.


1870 fand der Deutsch-Französische Krieg statt.

Die Altenaer Gemeinnützige Baugesellschaft wurde gegründet.


Bei den Schützenfesten 1869 und 1873 wurden die Grundlagen für zahlreiche neuen Traditionen gelegt. Das nächste Schützenfest 1869 fand wieder auf dem “Platz am Linscheid” statt. Der Schützenvogel wurde vom Polizeidiener Zoebe angefertigt. Der Schützenkönig erwählt sich erstmals eine Jungfrau zur Königin. Johann Sprenger und Wilhelmine Bergfeld waren in diesem Jahr das Königspaar. Der Königin wurden zwei Hofdamen zur Seite gestellt. Paraden wurden eingeführt und der “Knickebein” erstmals in den Unterlagen erwähnt. Der “Caroussel-Betreiber” Heidmann und örtliche Konditoren sowie Krämer erhielten die Erlaubnis, sich vor dem Festzelt zu “etablieren".


 

1871-1914: Das Deutsche Reich, Bismarck und der Kaiser

1871 bildete sich das Deutsche Reich und Preußenkönig Wilhelm I. wurde Deutscher Kaiser, während Otto von Bismarck zum Reichskanzler ernannt wurde. Beim Friedensfest wurde eine Eiche am Markaner gepflanzt.


Schon beim Schützenfest 1873 wuchs die Zahl der Hofdamen auf zwölf. Diese wurden an jedem Festtag neu gewählt. Ihnen zur Begleitung standen zwölf Schützen, welche Blumenfähnriche genannt wurden und das gesamte Fest über solche blieben. Um einen Überblick zu behalten, wurde hierfür erstmals eine Hofstaatkommission gebildet. Schützenkönig Johann Sprenger stiftete eine neue silberne Kette für das Schützen-Kleinod und der Maler Prechtel wurde beauftragt das Pott-Jost-Bild zu malen, das noch heute bei allen Schützenfesten den Thron im Festzelt schmückt und ansonsten im Burgmuseum aufbewahrt wird.


In diesem Jahr gründeten der Schmied Ludwig Lüling und der Gastwirt Wilhelm Pilling die Kesselfabrik W. Pilling & Co.

1876 erlebte Altenaer einen wirtschaftlichen Aufschwung.


Innerhalb der FWG wurden Pläne über den Erwerb eines Grundstücks am Linscheid geschmiedet, um darauf dauerhaft ein festes Zelt zu errichten. Diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt.


1878 setzte eine wirtschaftliche Flaute ein. In Altena wurde der Grundstein für ein katholisches Krankenhaus an der Bornstraße gelegt.

1880 stellte Basse & Selve Münzplatten her und betrieb eine Schlackenhütte am Breitenhagen.

Das Krankenhaus wurde 1881 in Betrieb genommen, noch bevor von der Regierung die Erlaubnis dazu eingegangen ist.

Der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz wurde 1882 gegründet, 1883 die Freiwillige Feuerwehr.

Vinzentinerinnen nahmen 1884 ihre Tätigkeit im Krankenhaus auf. Seitdem hieß das Krankenhaus "St. Vinzenz-Hospital".

Seit 1885 gab es in Altena einen Fernsprechverkehr.

Die Einweihung der Siegessäule am Klusenberg erfolgte 1886.


Aus wirtschaftlichen Gründen fand das nächste Schützenfest erst wieder 1886 statt. In diesem Jahr wurden die grünen Schützenmützen eingeführt und das Sittengericht abgeschafft. Das erste Hofstaatfoto mit dem Königspaar Wilhelm Giese und Anna Boecker entsteht.


Im gleichen Jahr bauten Benz und Daimler das erste Automobil.

Die Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE) nahm als Schmalspurbahn 1887 den Verkehr nach Lüdenscheid auf.
Das Königlich Preußische Amtsgericht erhielt einen Sitz in Altena.

Statt der bisherigen einmaligen Aufnahmegebühr führten die Schützen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag ein.


Das Jahr 1888 ging als Drei-Kaiser-Jahr in die Geschichte ein: Wilhelm I. verstarb und sein Sohn Friedrich III. wird deutscher Kaiser. Nach 99-tägiger Regentschaft verstarb er und sein Sohn Wilhelm II. bestieg den Thron.


In den folgenden Jahren konnten die Altenaer die Früchte der vorangegangenen Entwicklungen ernten und es wurden in regelmäßigen Abständen neun weitere prunkvolle Schützenfeste (1889, 1894, 1897, 1900, 1903, 1906, 1909, 1912) gefeiert.

Ohne Veränderungen und Weiterentwicklungen liefen die Feste selbstverständlich nicht.

Den Schützen aus der Rahmede war der Festplatz am Linscheid nämlich zu weit entfernt. Da außerdem das Hochwasser von 1888 den Platz zerstört und teilweise weggespült hatte, begab man sich erneut auf die Suche nach einem geeigneten Festplatz. Man einigte sich schließlich, so dass 1889 das Schützenfest zum ersten Mal auf der Stutenwiese am Langen Kamp stattfand. Der Platz befand sich damals noch auf der linken Seite der Lenne. Zimmermeister Ludwig Schiffer und sein Baumeister Albert Eckhardt bauten extra eine Brücke über den flachen Fluss, damit das Festgelände erreicht werden konnte.

Der Lange Kamp, hier in einer Darstellung von Heinz Wefer aus dem Jahr 1937

Das Vogelschießen fand in Rentrops Siepen an der Lüdenscheider Straße statt. Königspaar wurde Ludwig Nüter mit Maria Bender.


 

1890 entließ Kaiser Wilhelm II. seinen "Eisernen Kanzler" Otto von Bismarck.

Oskar Rebling gründete in Altena den Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV).


Vor dem Schützenfest 1894 wurde beschlossen, dass die Feier künftig in der Regel alle drei Jahre (bisher 5 Jahre) stattfinden soll. Tatsächlich wurde dieser Turnus von diesem Jahr bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs eingehalten. Weitere nennenswerte Änderung gegenüber 1889 gab es nicht. Königspaar wurde Otto Schiffer mit Luise Rump.


In Altena wurden Hausnummern eingeführt.

1895 hatte Altena 12.108 Einwohner. Die Parolen des Klassenkampfes und Klassenhasses finden auch in Altena mehr und mehr Anhänger.

Die Fuelbecker Talsperre (Baubeginn 1894) wurde 1896 als erste Talsperre in Preußen ihrer Bestimmung übergeben.
Der Turm der Lutherkirche erhielt eine Uhr.


Im Schützenvorstand entstanden Überlegungen eine Schützenhalle auf dem Klusenberg zu bauen.


In Athen fanden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.


Beim Schützenfest 1897 stiftete König Albert Klinke der Gesellschaft das erste Diadem, welches die jeweilige Königin tragen soll. Er hatte sich Toni Trappe zur Königin erwählt.


Die neu errichtete katholische Pfarrkirche St. Matthäus wurde geweiht.


Beim Ehrenpfortensetzen war es in den Jahren vor 1900 offenbar immer wieder zu unerwünschten Übertreibungen gekommen, so dass regelmäßig Stimmen laut wurden, diesen Brauch zu verbieten oder wenigstens zu reglementieren. 1900 wurde festgelegt, dass die Schützen für das Überreichen des Kranzes kein Geldgeschenk empfangen dürfen, die Bewirtung jedoch beibehalten werden soll. Jedoch: “Die Bewirtung der Jungfrauen (...) darf über 6 Uhr nachmittags hinaus nicht ausgedehnt werden.”

Das Königspaar beim Schützenfest 1900 wurde Diedrich Hesse mit Lucie Ashoff.

1902 wurde Geheimrat Dr. Friedrich (Fritz) Thomée der Landrat des Landkreises Altena. Aus Anlass der 300-jährigen Zugehörigkeit der Grafschaft Mark zu Preußen, griff Thomée die Idee seines Vorgängers Schmieding auf, die Burg wieder aufzubauen.


Beim Schützenfest 1903 gründete sich in der Kompanie Freiheit der Zug Rahmede. Das Fest fand auf dem Langen Kamp statt. Königspaar wurde Friedrich-Wilhelm Berckenhoff mit Betty Stromberg.


Das Realgymnasium an der Bismarckstraße wurde gebaut.


Beim Schützenfest 1906 wurde D.W. Dönneweg der Schützenkönig. Er erwählte sich Berta Rasche zur Königin.


Im gleichen Jahr gründete Diedrich Wilhelm Hesse in der Rahmede die Firma Diedr. Hesse KG . Sie war zunächst eine Schmiede, in der Reparaturen an Drahtziehmaschinen durchgeführt wurden.

Kelleramt und Wiblingwerde verschmolzen 1907 zur selbständigen Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. In Altena wurde die neuerbaute reformierte Kirche eingeweiht und der Wiederaufbau der Burg Altena begann nach Plänen des Architekturprofessors Georg Frentzen.


Beim Schützenfest 1909 wurden Eugen Borbet und Emilie Trappe das Königspaar.


Der Altenaer Lehrer Richard Schirrmann richtete in den Sommerferien eine Jugendherberge in der Netter Schule ein. Das Johanniter-Krankenhaus in der Freiheitstraße wurde durch den Herrenmeister des Ordens, Prinz Eitel Friedrich von Hohenzollern, eingeweiht. Der Prinz bestellte bei der Firma Rentrop liturgisches Gerät für den Bau der Erlöserkirche durch die Hohenzollern in Jerusalem.

1910 bauten Basse & Selve Luftschiffteile (Propeller und Antriebsmotoren). Die Firma Diedr. Hesse KG begann mit der Produktion von Drahtziehmaschinen sowie Wickelwerken und Anspitzwalzen.

1911 stellte das Motorenwerk Hünengraben von Basse & Selve einen Motor mit Leichtmetallkolben auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Berlin vor.

Der Bau der Hauptpost an der Kirchstraße erfolgte von 1911 – 1913.


 

Beim Schützenfest 1912 wurde die Fahne gegen ein neues Exemplar ausgetauscht. Das Motiv von 1686 wurde übernommen. Königspaar wurde August Nüter mit Berta von Ohle.

 

Kronenabend 1912 in der Rahmede


Die Bebauung des Stadtteils Knerling begann und Richard Schirrmann erhielt Räume in der Burg, um eine Jugendherberge einzurichten.

Der Baubeginn des Kleinbahnnetzes Westig – Ihmert – Altena der Iserlohner Kreisbahn fiel in das Jahr 1913.

1914 war der Wiederaufbau der Burg bis auf das Friedrichstor und die Vorburg abgeschlossen. Das Heimatmuseum wurde bis 1916 in das Burgmuseum überführt. Richard Schirrmann und Wilhelm Münker weihten die weltweit erste ständige Jugendherberge auf der Burg ein.

Ab 1914 bis 1918 kam es zum Ersten Weltkrieg.


1918-1933: Kriegsende und Weimarer Republik

1918 dankte Kaiser Wilhelm II. ab und lebte seitdem im Exil. In Deutschland wurde erstmals eine parlamentarische Demokratie eingeführt: Die Weimarer Republik. Friedrich Ebert wurde 1919 der erste Reichspräsident.

Mit der Einrichtung der Burgfestspiele 1920 eröffnete das erste Freilichttheater in Westfalen auf der Burg Altena. 49 Opern und Schauspiele wurden aufgeführt.


Die wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten ließen 1922 noch kein Schützenfest zu. Es wurde aber ein neuer Vorstand gewählt, der das Konzert einer Militärkapelle im Lennestein mit einem Preisschießen am Buchholz (kein Königsschießen) organisierte. Das Fest begann mit einem Großen Zapfenstreich der Reichswehrkapelle vor der Gastwirtschaft Bergfeld in der Nette (vermutl. heute Nettestr. 53).


Im November 1923 kam es in Deutschland zur Inflation und Währungsreform.


Das Schützenkapital war vor dem Krieg in Kriegsanleihen angelegt worden und so nahezu aufgezehrt. Mit der Währungsreform verlor es seinen Wert völlig.

Schützenkönig Adolf Hahn marschiert 1925 in den Bungern

Das Schützenfest 1925 feierte die FWG gemeinsam mit dem Altenaer Gardeverein, der sein 25-jähriges Bestehen feierte. Die Fixkosten konnten sich die beiden Vereine so teilen. Der Ablauf des Festes war wie vor dem Krieg. Königspaar: Adolf Hahn mit Lisbeth Stromberg.


Paul von Hindenburg wurde zum Reichspräsident gewählt.

1927 erfolgte in Deutschland eine Umstellung der Uhrzeit auf das 24-Stunden-System.


Wieder fand im Lennestein ein Schützenkonzert mit Preisschießen im Buchholz statt. Die erfolgreichsten Preisschützen waren W. Schrader und Max Altrogge.

1929: Die Schützengesellschaft veröffentlichte zu ihrem 500-jährigen Bestehen eine Festschrift. Beim Festumzug trugen einige Gruppen historische Gewänder. Königspaar wurde Hermann Stromberg mit Maria Horster.


Im Oktober kam es zur Weltwirtschaftskrise.


1933-1945: Adolf Hitler und der Zweite Weltkrieg

Adolf Hitler wurde 1933 Reichskanzler. Nach dem Tod von Hindenburg 1934 ernannte sich Adolf Hitler selbst zum Reichspräsidenten und wurde durch die anschließende Volksabstimmung zum Führer und Reichskanzler legitimiert. Damit hatte er die letzte Machtinstanz ergriffen.

1933 fanden in Altena Festveranstaltungen zur “Reichstags-Eröffnung” und zum “Feiertag der nationalen Arbeit” statt.

Die Schützengesellschaft beteiligte sich dabei an den Festumzügen.
 
1934 sprachen sich die Schützen zunächst gegen die Durchführung eines Schützenfestes aus. Sie willigten jedoch ein, nachdem Fabrikanten bereit waren, das Fest zu finanzieren. Die Feierlichkeiten fanden noch weitgehend unbeeinflusst vom “nationalsozialistischen Gedankengut”, im althergebrachten Stil, statt. Allerdings wurde die Schützenbrücke nun vom SA-Pioniersturm gebaut und die neuen Spitzen der Behörden nahmen an den Veranstaltungen teil.
 
 
Die Anteilnahme der NSDAP wurde dadurch dokumentiert, dass Kreisleiter Bracht am ersten Festtag einen Hakenkreuz-Wimpel an die Gesellschaftsfahne heftete. Schützenkönig wurde Fritz Berg und Lotte Winter seine Königin.

Das Kriegerdenkmal an der Kluse wurde in diesem Jahr eingeweiht.

1935 weihten Führerstellvertreter Rudolf Hess und Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Jugendherberge auf der Burg zur Weltjugendherberge.

Im Zeichen der Wiederaufrüstung und der Wehrertüchtigung wurde 1936 innerhalb der FWG eine Schützengruppe gegründet, die dem deutschen Schützenverband beitrat.
 
Auch für das Schützenfest 1937 baute der SA-Pioniersturm die Schützenbrücke zum Langen Kamp. Im Festzug musste nun die Fahne des Reichsbundes für Leibesübungen neben der Gesellschaftsfahne getragen werden. Königspaar wurden Hermann Schulte und Waltraud Borbet.
 
Heinz Wefer malte 1937 zwei Bilder vom Schützenfest
 
 
1938 wurden die uralten demokratischen Grundsätze der FWG gegen eine Einheitssatzung des deutschen Schützenverbandes, einer Unterorganisation des Reichsbundes für Leibesübungen, ausgetauscht. Der Hauptmann hieß jetzt “Vereinsführer” und hatte als solcher die Geschäfte nach dem “Führerprinzip” zu führen. All dies nahm der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft ihre wertvollsten Eigenschaften, ihre Eigenständigkeit und damit einen großen Teil ihrer Tradition.

Im gleichen Jahr begann die Bebauung des Stadtteils Breitenhagen.


Als letzte Veranstaltung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft vor dem zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) ist noch ein Schützenkonzert zu erwähnen. Es fand in einem Festzelt statt, welches zum Werksfest der Fa. VDM auf dem Langen Kamp aufgeschlagen wurde.


Von 1939 bis 1945 kam es zum Zweiten Weltkrieg, mit all seinen schrecklichen Folgen rund um den Globus, in Europa und auch in Altena.

Altena wird zur Lazarettstadt erklärt. Im Saalbau Lennestein wird ein Lazarett eingerichtet.


Um die Jahrhunderte alten Unterlagen der Schützengesellschaft vor dem unbefugten Zugriff zu schützen, wurden sie während des Krieges von einem Unbekannten verpackt und im Glockenturm der Lutherkirche versteckt.

Dann machte der Krieg und die ihm folgende totale Niederlage der Tätigkeit der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft wieder einmal für viele Jahre ein Ende.


 

1945-1961: Vom Kriegsende bis zum Mauerbau

Im April 1945 sprengte die deutsche Wehrmacht die Mittlere Brücke, die Steinerne Brücke, die beiden Pragpaul-Brücken und die Große Brücke am Markaner. Kurz darauf rückten die Amerikaner in Altena ein. Pfarrer Schmidt verhinderte an der Steinernen Brücke, durch Verhandlungen mit den amerikanischen Offizieren, die Beschießung der Stadt. Der ehemalige Schützenkönig (1934) und Fabrikant Fritz Berg wurde von den Besatzern vom 16. April 1945 bis 7. August 1945 als erster ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Altena eingesetzt. Mit der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschen Reiches und dem Ende des Zweiten Weltkrieges galt ab 1945 das Besatzungsrecht der alliierten Militärgouverneure.

1946/47 gründete die britische Besatzungsmacht das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Es entsteht aus der preußischen Provinz Westfalen, dem Nordteil der ebenfalls preußischen Rheinprovinz (Nordrhein) und dem Land Lippe.

1948 kam es zur Währungsreform. Auch in Altena wurde die Deutsche Mark eingeführt.

1949 gründete sich die Bundesrepublik Deutschland mit 11 Bundesländern. Erster Bundespräsident war Theodor Heuss und Bundeskanzler wurde Konrad Adenauer. Zu dieser Zeit begann das "Deutsche Wirtschaftswunder" und auch Altena erlebte einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Außerdem fanden viele Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostprovinzen eine neue Heimat in der Burgstadt.


Fritz Berg war es auch, der 1949 Gleichgesinnte um sich versammelte, um mit ihnen eine Neugründung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft zu planen. Gleichzeitig beauftragte er Lebrecht Knipping, die verschollenen Unterlagen der Schützengesellschaft zu suchen. Er fand sie schließlich unversehrt im Glockenturm der Lutherkirche wieder.


 

1950: Der Neuanfang der FWG

Details zur Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft ab 1950 und ihrer Verbindung zum Stadt- und Weltgeschehen finden Sie in unserer Chronik.


Nach dem II. Weltkrieg wurde die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft bei einer Versammlung im Westfälischen Hof am 11.02.1950 unter Hauptmann Fritz-Berg wiedergegründet und neue Statuten niedergeschrieben. Darin wurde auch dem Wunsch nach zwei weiteren Kompanien entsprochen, die durch den rasanten Anstieg von Anwohnern notwendig wurden. Es handelte sich dabei um die Kompanie Rahmede und die Kompanie Bahnhof-Brachtenbeck-Knerling.

Seit 1950 wird das Schützenfest ununterbrochen mindestens im Dreijahresrhythmus gefeiert. Da das Verbot von Feuerwaffen nach dem Kriege erst 1953 aufgehoben wurde, wurde beim ersten Schützenfest der Neuzeit noch mit einem Luftgewehr auf den Vogel geschossen. Seither findet das Schießen am Lennestein statt. Antreteplatz ist der Bungern und Festplatz der Lange Kamp.

 

1956 wurde eine neue Königskette angefertigt. Die alte Kette von 1873 konnte die Last der an ihr angebrachten Erinnerungsplaketten nicht mehr tragen, aber auch der König war mit der Last des Gewichtes überfordert.

Aus dem II. Zug der Kompanie Freiheit (Stapel) spalteten sich einige Schützen ab und gründeten den V. Zug Muckebeutel.

 

Die Pott-Jost-Medaille für 25-jährige, 50-jährige und 60-jährige Mitgliedschaft in der FWG wurde 1959 eingeführt.

 

 

1962-1991: Von der Kuba-Krise bis zur Deutschen Wiedervereinigung

Auf vielfältigen Wunsch wurde 1962 auch eine Pott-Jost-Medaille für die 40-jährige Mitgliedschaft eingeführt.

 

1965 stiftete Ehrenscheffe Wilhelm vom Hagen der FWG ein weiteres, sehr wertvolles Königin-Diadem. Seitdem kann die Königin zwischen zwei Diademen wählen.

 

Aus Anlass des 600-jährigen Jubiläums der Stadt Altena fand bereits 1967 wieder ein Schützenfest statt. Die Kompanie Knerling-Bahnhof-Brachtenbeck wurde in Kompanie Kelleramt umbenannt. Man erinnerte sich dabei an einen alten Namen dieser Ortslage.

 

1969 tritt die Gebietsreform für Altena in Kraft. Durch die Eingemeindung von Dahle, Evingsen und Teilen der Rahmede wächst Altena und zählt 32.006 Einwohner.

 

Jumbo, der trinkfeste Elefant des Hypodroms vom Festplatz, sorgte auch 1970 für manche Sonderspäße. Während des Königsschießen ritten zwei Schützen auf Jumbos Rücken über die Steinerne Brücke.

 

Durch den Stadtumbau 1976 musste der Bungern um einige Meter verlegt werden. Das Gelände des historischen Bungern ist seitdem mit einem Einkaufszentrum bebaut. Der heutige Bungern befindet sich der Bungern im ehemaligen Schröderschen Garten zwischen der Lenne und der Bungernstraße. Im Zuge des Baus der Lenneuferstraße im Jahre 1980 wurde die Lenne bis an den Bahndamm verlegt und das gesamte Erdreich am stadtseitigen Lenneufer angeschüttet. Pünktlich zum Schützenfest 1979 konnte auf dem “neuen” Langen Kamp am rechten Lenneufer gefeiert werden.

 

 

1991- heute

Seitdem findet das Schützenfest am Langen Kamp statt und wird dort bei den Schützen und ihren Gästen immer beliebter. Immer neue Zeltlösungen mussten im Laufe der Jahre für immer mehr Gäste und bessere Sicherheitsvorkehrungen gefunden werden.

 

Zum 100-jährigen Bestehen der dritten Fahne wurde diese noch einmal beim Festumzug 2006 gemeinsam mit der vierten Fahne auf dem Bungern präsentiert. Das Motiv der neuen Fahne entspricht wieder ihren Vorgängerinnen.

 

Nichtraucherschutz war schon beim Schützenfest 2012 ein Thema. 2015 machte der Gesetzgeber ernst und Verbot auch das Rauchen in Festzelten. Zusammen mit dem Zeltbauer Kühling plante der Vorstand der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft ein wunderschönes Festzelt mit zweistöckigem überdachtem Raucherbereich.

 

2015 nahm die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft viel Geld in die Hand. Aufgrund neuer Sicherheitsbestimmungen musste ein neuer Kugelfang installiert werden. Vier mal vier Meter misst das neue "Adlernest". Gebaut wurde er aus bis zu acht Millimeter starken, feuerverzinkten Blechen. Etwa zwei Tonnen wiegt allein die Stahlkonstruktion, entsprechend solide sind Streben und Versteifungen. Von dem Metall sieht man aber beim Schießen gar nichts. Die Vorderseite ist komplett mit dicken Holzbrettern ausgekleidet. Die Stahlkonstruktion wurde am Lennestein mit einem 200-Tonnen-Kran über die Lenne gehoben. Die Kosten waren in etwa so hoch wie für einen Mittelklassewagen.

 

2016 spendete die Juwelierin Ulrike Betzler-Hüttemeister der FWG ein weiteres Diadem.

 

 

Behutsam und mit viel Geschick wurden die Traditionen der Friedrich-Wilhelmsgesellschaft immer wieder den neuen Lebensumständen der Schützen angepasst. Im Laufe der Geschichte sind in Altena viele Traditionen und Bräuche entstanden und manchmal auch wieder verschwunden. Mehr dazu finden Sie in unserem Schützenlexikon.

Ziel und Zweck der Schützengesellschaft sind aber immer gleich geblieben: Bürgersinn, Einigkeit und Freundschaft zu fördern, die Liebe zur Heimat zu pflegen, das überlieferte Brauchtum zu erhalten und von Zeit zu Zeit unser Altenaer Schützenfest feiern.


 

Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto 1: Archiv der FWG

Bild 2: Burgmuseum Altena; gemalt von Abraham Begeyn; 1696

Foto 2: Gerd Klimpel www.klimpelsjunge.jimdo.de / 2016

Bild 3: www.wikipedia.de (Gemeinfrei); Maler: Anton Graff / 1792

Bild 4: Plakat von 1869 aus dem Buch "Altena und seine Schützen". Foto: Klimpel / 2016

Foto 5: Gerd Klimpel; gemalt von Heinz Wever / 1937

Foto 6: Gerd Klimpel; gemalt von Heinz Wever / 1937

Bild 7: Fritz-Berg-Stiftung Altena