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Schützenlexikon

Altena

1. Die Freiheit Altena; später Stadt Altena

2. Der Kreis Altena / Das Amt Altena; Sitz einer Kreisverwaltung

3. Das Schützenzeichen der FWG

 

zu 1.: Die Freiheit Altena / Stadt Altena

Die Stadt Altena entstand unterhalb der gleichnamigen Burg, die im 12. Jahrhundert von einer Seitenlinie der Grafen von Berg errichtet wurde.

1367 wurde Altena von Graf Engelbert III. von der Mark zur Freiheit erhoben, d.h. eines selbständigen kleinen Fleckens mit städtischer Selbstverwaltung und eigenem Bürgergericht. Es ist naheliegend aber nicht belegt, dass sich zu dieser Zeit des Spätmittelalters ein Schützenwesen gründete, um diese Freiheitsrechte durchsetzen und verteidigen zu können.

Am 20. Dezember 1367 verleiht Engelbert „unsen lieven burgeren tho Althena“ wegen Verdienste gegen das Grafenhaus den Freiheitsbrief, wie ihn die Freiheiten Wetter und Blankenstein 1355 erhalten haben. Mit dem Freiheitsbrief setzt er auch den Gerichtsbezirk für Altena fest, der innerhalb der Freiheit zwischen der (Steinernen) Brücke bis zum Linscheider Bach und bis zum Halse reicht. Die Stadtrechte, die unter anderem zur Befestigung der Stadt berechtigt hätten, erhält Altena nicht. Auch das Marktrecht ist in diesem Freiheitsbrief noch nicht enthalten.
Diese Freiheit beinhaltet volles Erbrecht für die nächsten Verwandten und den Erbverzicht des Grafen, die niedere Gerichtsbarkeit, die persönliche Freiheit der Bürger sowie einen Anteil am Pachtgeld für den gräflichen Grund und Boden.

Der Freiheitsbrief gibt Auskunft über die Grenzen der Freiheit. So wird formuliert, daß die Freiheit so weit reicht, wie die Häuser um Altena gebaut sind „um die Burg herum und darin“. Das berechtigt quasi den eigentlichen Bereich der Freiheit Altena, sich das Mühlendorf und die Nette einzuverleiben.

Genaue Anweisungen für das Gericht sind enthalten. So ist unter anderem festgelegt, daß Verletzungen bis ein Fingerglied Tiefe mit 5 Mark zu bestrafen sind und bei tieferen Wunden der Verlust der Hand droht.
Wer einen anderen totschlägt, ist vogelfrei, für unblutige Verletzungen, sog. Dullschläge, außerhalb der Freiheit beträgt die Strafe 4 Schilling, innerhalb der Freiheit 5 Mark.

Das Eichen von Bier, Brot, Scheffeln und Bechern darf nicht der Richter, sondern nur der Bürgermeister vornehmen, der auch die Preise für Wein, Bier und Brot festlegt.
Auch die Bürgerrechte und -pflichten sind festgelegt.
So darf niemand vor ein anderes Gericht im Lande des Grafen gezogen werden außer bei handgreiflicher Tat.
Auch die Zollfreiheit der altenaer Güter im Gräflichen Hoheitsgebiet wird garantiert.
Kein Bürger darf zu Arbeiten an landesherrlichem Eigentum gezwungen werden; nur beim Brückenbau müssen die Bürger Handlangerdienste leisten, allerdings auf Kosten des Grafen.

Burg Altena mit der Freiheit von Abraham Begeyn; 1696

1414 verlieh Adolf II. der Freiheit Altena einen Wochenmarkt mit einem wöchentlichen Markttag sonntags morgens bis abends.

1794 bekam Altena den Titel Stadt, ohne jemals die Stadtrechte verliehen bekommen zu haben.

 

zu 2.: Der Kreis Altena

Von 1753 bis 1969 war Altena, mit Ausnahme der napoleonischen Zeit, Kreisstadt. Bis 1907 gehörte das Kelleramt zum Amt (Kreis) Altena.

 

zu 3.: Das Schützenzeichen

Die Mitglieder der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft tragen bei offiziellen Anlässen eine Mütze an der heute Schützenzeichen und Festabzeichen prangen. Die Tradition von Mütze und Schützenzeichen ist schon in der ältesten erhaltenen Schützenordnung aus dem Jahre 1429 überliefert.

Das älteste erhaltene Schützenzeichen stammt vermutlich auch aus dieser Zeit und besteht aus dem Schriftzug "Altena".

 

Im Laufe der Geschichte wurden dem Schriftzug Elemente hinzugefügt und wieder ausgetauscht. Seit 1863 wurden zwei gekreuzte Armbrustpfeile unter dem Schriftzug gegen Gewehre ausgetauscht und 1869 kam das Stadtwappen hinzu. 

Seither hat sich das Schützenzeichen nicht mehr wesentlich geändert.

 

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Autor: Christian Klimpel / 2017; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto: Museum der Burg Altena und Christian Klimpel