Noch 193 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Mitgliedschaft

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit


1. Historie der Mitgliedschaft in der FWG

2. Mitgliedschaft in der FWG in der heutigen Zeit

 

Als Quelle diente das Buch "Das Schützenfest als kultureller Sonderfall" aus dem Jahre 2010 von Nadine Hampel. In der Zwischenzeit wurden die heutigen Statuten jedoch geändert. An diesen Stellen wurden der Text von Nadine Hampel durchgestrichen und die aktuellen Richtlinien vom Administrator in kursiver Schrift darunter gesetzt.

 

zu 1. Historie der Mitgliedschaft in der FWG


Überprüfung der Kampfkünste

Am Anfang der Struktur eines Vereins steht natürlich die Aufnahme in den selbigen. Die Aufnahme in die Schützengesellschaft hat sich mit der Zeit und der allgemeinen Gesellschaft verändert. Zu Beginn bestand das zentrale Aufnahmekriterium in den Schießkünsten des jeweiligen Anwärters. Trotzdem wurde nicht jeder aufgenommen, der sich bemühte. In der Wehrvereinigung, die der Gesellschaft vorausging, konnte sich jeder engagieren, sobald es sich aber um die Gesellschaft handelte, die nur ab und zu die Verteidigung der Stadt übernehmen musste, wurde nur nach Bedarf einberufen. Meist entschied der Bürgermeister zusammen mit den Scheffen der Gesellschaft, wie viele Schützen gebraucht und welche Anwärter ausgewählt werden. Die nächste Stufe der Aufnahmekriterien, die die Einberufung ablöste, bildete ein Beweisen der Künste und Kräfte. Prüfungen mussten bestanden werden; an der Waffe, am Degen und im körperlichen Kampf. Um junge Männer besser auf diese Prüfungen vorzubereiten, wurde eine Junggesellen-Schützengesellschaft gegründet, aus der wiederum Junggesellen in die Gesellschaft der Älteren aufsteigen konnten. Die Hauptaufgabe der jungen Schützen war es außerdem, bei den Festen das Gelage zu bedienen. Heute gibt es so etwas wie eine gesonderte Jungschützengesellschaft nicht mehr.


Auswahlkriterien

Nachdem die Zeiten, in denen die Bürger ihre Stadt von Zeit zu Zeit selbst verteidigen mussten, zu Ende waren, konnte nahezu jeder männliche, christliche Bürger eintreten. Juden war die Mitgliedschaft allgemein bis 1825 nicht gestattet, doch selbst 1833 wurde ein Gesuch, einen jüdischen Mitbürger aufzunehmen, abgelehnt.


Um eine Mitgliedschaft zu erwerben, musste ein Antrag gestellt und das Schützenabzeichen bezahlt werden, wurde dem Antragsteller das silberne Zeichen oder später die Mütze zugesandt, so war er vollwertiges Mitglied.

Die Gesellschaft konnte auch von sich aus Mitgliedschaften verleihen, so wurde zum Beispiel dem Freiherrn vom Stein, seinerzeit preußischer Reformer, eine Ehrenmitgliedschaft verliehen.


Ausschlußkriterien

Natürlich gab es auch Umstände, unter denen Anwärter nicht beitreten durften. Während 1825 Tagelöhner und Fabrikarbeiter vom Fest ausgeschlossen und diesen auch keine Mitgliedschaft genehmigt wurde, blieben ebenso Juden und Ausländer ausgeschlossen. Es gab außerdem Erlassungen, die generell zulässigen Mitgliedern eine Aufnahme nicht gestattete oder einen Grund bildeten, Mitglieder der Gesellschaft wieder zu verweisen. Strafanzeigen oder anderweitige, rufschädigende Vergehen wurden keinesfalls geduldet, ebenso machte ein Verstoß oder eine Übertretung der Drahtordnung eine Mitgliedschaft unmöglich, ein derartiges Problem führte sogar zum direkten Ausschluss.

Die Drahtordnung war verfasst worden, um Altenas größte und nahezu einzige Industrie zu schützen. Wer sich ihr verpflichtet erklärte, vereidigte sich, die Kunst des Drahtziehens nicht nach außen zu verraten um die Monopolstellung Altenas zu gewährleisten.


Vererbte Mitgliedschaft

Bei der Antragstellung wurden Söhne von schon als Mitglied bewährten Schützen bevorzugt. Außerdem gab es solche, die das Schützenzeichen geerbt hatten und nun die Ehre ihrer Väter, Großväter etc. fortzuführen gedachten. Sie mussten sich keiner weiteren Prüfung unterziehen.

Quelle: Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010

 

Mitgliedsgebühr

Vor 1887 finanzierten die Schützen ihre Feste durch die Zinsen ihres Kapitals, durch die Verpachtung des Bungern, Aufnahmegebühren neuer Schützen und die Strafgelder des Brüchtegeding.

Für das Schützenfest 1887 reichten diese Einnahmen nicht mehr aus um die gestiegenen Kosten zu decken.

Daher wurde am 05. Mai 1887 beschlossen, dass von jedem Schützen einen Jahresbeitrag von 50 Pfennig erhoben wird um eine Finanzierung der Festkosten auf festere Beine zu stellen.

 

 

zu 2.: Mitgliedschaft in der FWG in der heutigen Zeit

Heute darf jeder männliche Bürger, der das 16. Lebensjahr erreicht hat, der Gesellschaft beitreten, nötig ist dazu lediglich das Ausfüllen eines Mitgliedsantrags.

Mütze und Abzeichen werden nicht mehr zugeschickt, sondern jeder kann es käuflich erwerben.

 

In den Statuten liest sich der folgende, seitdem aber leicht abgeänderte dazugehörige Paragraph Nummer 4:

(1) Alle Bürger Altenas und ihre hier wohnenden über 18 Jahre alten Söhne, die die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen, können sich bei einem Scheffen oder Zugführer der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft als Mitglied melden.

In die Schützenrolle werden sie nach Prüfung des Vorstands eingetragen. Die Prüfung hat sich auf die genannten Voraussetzungen und darauf zu beschränken, ob die Anwärter aus einem anderen dem Vorstand bekannten Grunde etwa der Mitgliedschaft unwürdig sind.


(2) Auswärtige, die sich um die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft, die Stadt oder den Staat besonders verdient gemacht haben, können durch einstimmigen Beschluss des Vorstandes zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.

Erwerb der Mitgliedschaft

  1. Alle Bürger Altenas und ihre hier wohnenden über sechzehn Jahre alten Söhne, die die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen, können sich bei einem Scheffen oder Zugführer der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft als Mitglied melden. In die Schützenrolle werden sie nach Prüfung durch den Vorstand eingetragen. Die Prüfung hat sich auf die genannten Voraussetzungen und darauf zu beschränken, ob die Anwärter aus einem anderen dem Vorstand bekannten Grund der Mitgliedschaft unwürdig sind.
  2. Auswärtige, die sich der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft oder der Stadt Altena verbunden fühlen, können die Mitgliedschaft ebenfalls erwerben, sofern sie die sonstigen Voraussetzungen erfüllen.

 

Nicht zugelassen, oder auch als Mitglied von der Gesellschaft ausgeschlossen werden solche, die sich schwerwiegender Verbrechen strafbar gemacht haben oder sich vor, während oder nach den Festen nicht gemäß der allgemeinen Auffassung benommen haben. Zum Ausschluss führen außerdem nicht gezahlte Beiträge.

 


Frauen können keine Mitgliedschaft erwerben, zu gesellschaftlichen Anlässen jedoch zugegen sein. Die Wahl einer Königin ist daher auch eine Sache der Tradition und der Vervollkommnung des Brauches, in keinem Fall eine Aufnahme.

Quelle: Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010

 

 

Ergänzung:

- Jedes Mitglied erhält einen Mitgliedsausweis.

- Als Nachweis, dass der Mitgliedsbeitrag entrichtet wurde, erhält der Schütze eine Schützenmarke, die in den Ausweis geklebt werden kann. Der Ausweis mit aktueller Schützenmarke gilt als Eintrittskarte ins Festzelt.

- Der Mitgliedsbeitrag lag im Jahr 2014 bei EUR 12,- pro Jahr. Im Festjahr kommen EUR 6,- für das Festabzeichen hinzu.

- Vorstandsmitglieder zahlen den doppelten Jahresbeitrag.

- Am 21.08.2013 hatte die FWG insgesamt 2.183 Mitglieder.

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de