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Schützenlexikon

Schießstand

Mit der Stadtentwicklung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte auch die Schießstätten der Altenaer Schützen. Informationen dazu finden Sie unter dem Artikel "Vogelschießen". 

1825 wurde erstmals auf einem Grundstück "Auf dem Sande" geschossen. Dieses Grundstück lag zwischen dem heutigen Krankenhaus der heutigen katholischen Kirche. In späteren Jahren wich man teilweise wieder an andere Orte aus, die heute aber alle bebaut sind.

 

Seit 1950 befindet sich der Schießstand wieder "Auf dem Sande". Geschossen wird über eine Distanz von 69 Metern aus einem Unterstand an der Werdohler Straße über die Lenne auf einen Kugelfang am anderen Flussufer. Der Unterstand gehört zu dem Haus Werdohler Straße 6 und wird im Alltag als Carport genutzt.

 

Das Haus gehörte zum Bestand der Wohnungsbau- und Verwaltungs-GmbH (WBV), einer zum Konzern der Metallgesellschaft (u.a. VDM) gehörenden Wohnungsgesellschaft. 1993 geriet die Metallgesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten, sie gab ihre Beteiligung an der Altenaer Baugesellschaft auf und veräußerte 412 Wohnungen und 56 Garagen an die Altenaer Baugesellschaft, darunter auch das Haus Werdohler Straße 6 mit dem Nebengebäude.

1997 vereinbarte Hauptmann Hans-Jürgen Hesse mit Dieter Dresia, dem Geschäftsführer der Altenaer Baugesellschaft, dass die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft den Schießstand auf alle Zeit nutzen kann.

Gesetzliche Auflagen machten im Laufe der Geschichten immer neue Sicherheitsbestimmungen im Schießstand und am Kugelfang erforderlich.

Heute sind die Gewehre fest montiert. Posten verhindern, dass Wanderer, Angler oder Kanufahrer in die Schussbahn geraten können und immer wieder wurde der Kugelfang verändert. Die größte Änderung erfolgte nach einer Gesetzesänderung 2015:

 

Bericht aus dem Altenaer Kreisblatt vom 14.02.2015

„Ungefähr so viel wie ein Mittelklassewagen“ – mehr sagen die Schützen nicht über „eine der größten Investitionen in der Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft“. Am Freitag, 13. Februar, trafen sich Vorstandmitglieder in der Firma Pilling, um den neuen Kugelfang in Augenschein zu nehmen.

Geschossen wird „Am Sande“ – das war so, das ist so und das soll auch so bleiben. Problem dabei: Der Abstand zwischen Schießstand und dem Adler auf der anderen Lenneseite beträgt knapp 70 Meter und damit viel mehr als bei anderen Schießständen. Auf solche Dimensionen ist die vor einiger Zeit verschärfte Schießstandverordnung gar nicht ausgerichtet – nach langem Suchen fand die Gesellschaft in Euskirchen einen Sachverständigen, der sich in der Lage sah, den für Altena erforderlichen Kugelfang zu berechnen. Seine Erkenntnisse setzte die Architektin Julia Hülle vom kkw-Architektenbüro an der Freiherr-vom-Stein-Straße dann in konkrete Pläne um, die schließlich den „Pillingen“ und Adlerbauer Jochen Harte als Vorlage für die Herstellung der Anlage dienten.

Vier mal vier Meter misst der Kugelfang, gebaut wurde er aus bis zu acht Millimeter starken, feuerverzinkten Blechen. Etwa zwei Tonnen wiegt allein die Stahlkonstruktion; entsprechend solide sind Streben und Versteifungen, mit denen sie auf dem schon im vergangenen Jahr fertiggestellten Fundament verankert wird. Von dem Metall sieht man aber beim Schießen gar nichts: Die Vorderseite ist komplett mit dicken Holzbrettern ausgekleidet.

Dahinter sorgt eine Lage Textilien dafür, dass die Kugeln nach menschlichem Ermessen gar nicht erst auf Metall treffen können. Es sei auch unmöglich, dass einer der gut 2000 Schüsse, die im Laufe eines Festes auf den Adler abgegeben werden, am Kugelfang vorbeigehen, erklärte FWG-Fähnrich Henrik Bierwirth bei der Präsentation am Freitag. Hauptmann Jürgen Hesse nutzte dabei die Gelegenheit, sich bei all denen zu bedanken, die sich seit fast zwei Jahren innerhalb und außerhalb der Gesellschaft mit großem Engagement dafür einsetzten, das Projekt zu realisieren.

Am Samstag, den 21.02.2015 wurde der neue Kugelfang dann mit einem Schwertransport zur Werdohler Straße gebracht und mit einem 200 Tonnen-Kran an seine Position gebracht.

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Fotos: Björn Braun / www.lokalstimme.de / 2016