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Schützenlexikon

Steinerne Brücke


Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

4. Die Schützen und die Steinerne Brücke

 

 


zu 1.: Allgemein

Eine Google-Recherche ergab, dass es zahlreiche Brücken mit dem Namen "Steinerne Brücke" gibt.


zu 2.: Heute in Altena

In Altena ist die Steinerne Brücke eine, als Kulturdenkmal geschützte Bogenbrücke über den Fluss Lenne. Der Brückenschlag besitzt eine Länge von 68 Metern und besteht aus drei flachen Korbbögen. Neben Elementen des Jugendstils besitzt die Brücke weiteres Zierwerk in Form von Reliefs der Wappen der ehemaligen Grafschaft Mark und dem springenden Pferd Westfalens.

Sie ist die älteste Brücke der Stadt Altena und verbindet in ihrer heutigen Form, seit 1912, die Lindenstraße / Werdohler Straße mit der Südstraße / Rahmedestraße. Verkehrstechnisch hat sie heute keine große Bedeutung mehr, dient aber insbesondere noch als Parkfläche, Radweg und Fußgängerbrücke.


zu 3.: Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Brücke erfolgte 1367. Mit dem Freiheitsbrief setzte Graf Engelbert III. damals auch den Gerichtsbezirk für Altena fest, der innerhalb der Freiheit zwischen der (Steinernen) Brücke bis zum Linscheider Bach und bis zum Halse reichte. Außerdem verfügte er, dass kein Bürger zu Arbeiten an landesherrlichem Eigentum gezwungen werden darf, nur beim Brückenbau mussten die Bürger Handlangerdienste leisten, allerdings auf Kosten des Grafen.

1570 wurde die Brücke durch Hochwasser zerstört und anschließend wieder aufgebaut.

1912 wurde die heutige dreibogige Straßenbrücke über die Lenne erbaut. Sie nahm den Verkehr einer der regionalen Hauptverkehrswege aus Richtung Lüdenscheid auf und ersetzte die Brücke mittelalterlichen Ursprungs an gleicher Stelle. 

1945 wurde die Brücke von der deutschen Wehrmacht zerstört. Bei der Explosion zersplitterten auch die Fenster der nahgelegenen St. Matthäuskirche. Später wurde die Brücke wieder aufgebaut.

Die Steinerne Brücke war aufgrund ihrer Fahrbahnbreite, Tragfähigkeit und dem benachbarten Bahnübergang bald nicht mehr in der Lage, den wachsenden Fahrzeugverkehr aufzunehmen. 1985 erfolgte daher der erste Spatenstich für den Bau einer neuen großen Brücke im Süden der Innenstadt. Bei der Namenssuche für das "Ersatzbauwerk Steinerne Brücke" beteiligte sich auch die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft (FWG). Die Schützen wollten die Brücke, die über den ehem. Langen Kamp führt, Pott-Jost-Brücke nennen. Der Rat der Stadt Altena kam dieser Bitte in einer geheimen Abstimmung nach.

Nach Fertigstellung der Pott-Jost-Brücke im Jahr 1988 wurde der Bahnübergang zurückgebaut, so dass die Steinerne Brücke zur Sackgasse wurde und ihre Bedeutung als Bundesstraße 236 verlor.

 


zu 4.: Die Schützen und die Steinerne Brücke

Von 1950 bis 1985 marschierten die Schützen der Kompanie Rahmede von ihrem Antreteplatz die Rahmede herunter, um die Lenne an der Steinernen Brücke zu queren. Seit der Fertigstellung der Pott-Jost-Brücke im Jahre 1988 quert die Kompanie Rahmede dort den Fluss.

Beim Schützenfest 1967 ließen sich zwei Schützen auf der Steinernen Brücke ablichten, während sie auf einem Elefanten saßen.

Ein neues Sicherheitskonzept im Jahr 2018 lässt eine Feier während des Schießbetriebes auf der Bundesstraße nicht mehr zu. Da die an- und abmarschierenden Spielmanns- und Schützenzüge die Bundesstraße nicht queren dürfen, ist eine offizielle Feier am Haus Lennestein daher nicht möglich. Auf der Suche nach einer guten Alternative entschied sich der Vorstand dazu, dass beim Schützenfest 2018 erstmals eine Partymeile für Schützen, deren Frauen und Gäste auf der Steinernen Brücke aufgebaut wird. Für Pavillons, Bierwagen, Toiletten und eine gute Sicht auf den Adler, sorgt der Zeltwirt von Otto Kühling.


Autor: Christian Klimpel / 2018; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto 1-2: unbekannt

Foto 3: Sammlung Gerhard Piepenstock

Foto 4: "Altena und seine Schützen" / FWG