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Schützenlexikon

Zapfenstreich

Der „Große Zapfenstreich“ ist ein Militärmusikstück. In Deutschland wird es auch von zivilen Musikkapellen, Spielmannszügen und Vereinsorchestern zu besonderen Anlässen wie z. B. Feuerwehr-Jubiläen, Stadt- oder Schützenfesten aufgeführt.

 

Seit 1950 wird der „Große Zapfenstreich“ von der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft zum Beginn des Schützenfestes zelebriert und findet seit 1953 im Bungern statt. Er unterscheidet sich vom militärischen Zeremoniell der Deutschen Bundeswehr. Dort wird der Große Zapfenstreich ausschließlich zur Ehrung höchster politischer Amtsträger beim Ausscheiden aus deren Amt oder zu hohen militärischen Veranstaltungen aufgeführt.

 

Zapfenstreich
Der Begriff des Zapfenstreichs entstammt der Zeit des ausgehenden sechszehnten Jahrhunderts, als auch die Altenaer Schützen noch ihrer Wehraufgabe nachkamen. Wenn die Landsknechte zur festgesetzten Abendstunde in das Lager zurückkehren sollten, ging ein Offizier, begleitet von einem Pfeifer oder Trommler, durch die Gaststuben und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses. Danach durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben und die Soldaten mussten in die Zelte. Diesen musikalischen Befehl nannten die Landsknechte „Zapfenstreich“.

 

Großer Zapfenstreich

Der „Große Zapfenstreich“ ist im deutschen Volk seit der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts bekannt und als ein besonderes und feierliches Abendzeremoniell der Streitkräfte und der Militärmusik geschätzt. Im Zeremoniell haben sich zwei Überlieferungen des Truppenlebens im Felde bis heute erhalten: Der Brauch des Zapfenstreichsignals und die Sitte, Gelegenheit zum Abendgebet über alle Konfessionen hinweg zu geben.

Unverzichtbare Bestandteile des Großen Zapfenstreiches sind:

1. die Partitur des Großen Zapfenstreichs
2. die symbolische Gelegenheit zum Gebet
3. die Nationalhymne als Lied der Deutschen

 

Die in Altena aufgeführte Form dieses Militärmusikstücks ist für die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft:

1. ein Ausdruck der Verbundenheit zu dem Jahrhunderte altem Brauchtum der Schützengesellschaft und der Ehrung des Schützenkönigs als Repräsentanten dieser Tradition
2. das Gedenken an die Toten der Kriege und zum Aufruf zu Frieden und Toleranz
3. das Bekenntnis zu unserer freiheitlich, demokratischen Grundordnung

 

 

Laut einer Sonderausgabe des "Altenaer Kreisblatt" zum Schützenfest 1965 wurde die Tradition des Zapfenstreichs beim Schützenfest der FWG in ihrer heutigen Form im Jahre 1950 von den schmucken Paderborner Husaren unter der Leitung von Hugo Gerlach gegründet. Es ist jedoch belegt, dass bereits 1929 das Schützenfest durch einen Großen Zapfenstreich angekündigt wurde. Der Ursprung dieser Tradition ist also unbekannt.

Ab 1965 wurde der Große Zapfenstreich durch das Düsseldorfer Bundeswehr-Orchester unter Hauptmann Uhlemann und dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Altena unter der Leitung von Werner Witte zelebriert.

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Fotos: Björn Braun www.lokalstimme.de / 2015