Noch 1077 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Zehrung


Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

 

 


zu 1.: Allgemein

In den alten Akten der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft wird über "Zehrungen" und "Gelage" der Schützen berichtet. Diese fanden, je nach Wirtschaftslage, mit oder ohne Vogelschießen statt.

Der Duden beschreibt die "Zehrung" als "etwas zum Essen, besonders auf einer Reise". Laut Wikipedia ist eine Zehrung ein "Leichenschmaus" (lateinisch epulum funebre), also das gemeinschaftliche Speisen der Trauergäste im Anschluss an eine Beerdigung, das von der Familie des Verstorbenen ausgerichtet wird.

Als "Gelage" (Trinkgelage, Zechgelage oder Besäufnis) bezeichnet man eine Zusammenkunft mehrerer Personen, die vor allem dem ausgiebigen Konsum von Alkohol dient.


zu 2.: Heute in Altena

Die Begriffe "Zehrung" und "Gelage" sind heute weitgehend aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwunden.


zu 3.: Geschichte

In ihrem Buch "Das Schützenfest als kultureller Sonderfall" beschreibt Nadine Hampel, dass die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft Altena ihre Wurzeln in einer kirchlichen Gilde hat. Weiter führt sie aus:

Gilden werden besonders mit Wortstämmen wie Opfer, Zahlung, Bruderschaft und Gemeinschaft in Zusammenhang gebracht. Schon immer wurden Gilden auf altheidnische, mit Opfern verbundene Trinkgelage zurückgeführt.

Schon zu Entstehungszeiten der Schützengilden und ihrer Feste und Umzüge gab es, meist am Ende der Feierlichkeiten, ein sogenanntes „Gelage“, also ein von jeglichem Alkohol dominierte, abschließende Feier. Heutzutage hat das Trinken im Zuge von Kränzebinden und Kompaniefeierlichkeiten sowie während des gesamten Schützenfestes und auch bei dessen Vorbereitungen, eine größere und besondere Rolle erlangt. Innerhalb der Schützengemeinschaft herrscht jedoch eine besondere Trinkkultur und es existieren sogar eigene Traditionen.

Quelle: Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010

Im Laufe der Geschichte des Altenaer Schützenwesen gab es die Gelage nicht nur in Verbindung mit einem Vogelschießen.
Oft, wenn die Lust zum gemeinsamen Feiern groß war, aber die finanziellen Möglichkeiten für ein großes Schützenfest nicht ausreichten, fand man sich zu einem Gelage oder einer Zehrung zusammen.

Neben dem Genuss von Alkohol ging es dabei aber auch um ein gemeinsames Festessen, dass zeitweise auch gemeinschaftlich vorbereitet wurde.

 

Seit Beginn der Auszeichnungen 1429 fanden die Zehrungen zunächst am Bungern statt. Von dort aus ging man in verschiedene Gasthäuser der Stadt. Zeitweise bezog man auch das Rathaus in das Geschehen mit ein. Später fanden die Zehrungen ausschließlich in Gasthäusern, dann später auf den Festplätzen am Linscheid und am Langen Kamp statt.


Autor: Christian Klimpel / 2018; Mailto: christian.klimpel@gmx.de